
Wiesbaden, 14. Oktober 2026 (JPD) – Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte in Deutschland sind im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,0 Prozent gesunken. Gegenüber Juli 2026 stiegen die Preise allerdings um 5,5 Prozent. Das war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) der stärkste Anstieg im Vormonatsvergleich seit März 2022.
Im Juli und Juni hatten die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise noch um 13,7 beziehungsweise 13,9 Prozent unter dem jeweiligen Vorjahresniveau gelegen. Hinter der aktuellen Entwicklung stehen deutliche Unterschiede zwischen pflanzlichen und tierischen Produkten.
Pflanzliche Erzeugnisse erstmals seit Juli 2024 wieder teurer
Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse stiegen im August um 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Es war der erste Anstieg im Jahresvergleich seit Juli 2024. Besonders stark verteuerten sich Speisekartoffeln mit einem Plus von 61,5 Prozent. Gegenüber Juli 2026 erhöhten sich deren Preise sogar um 93,0 Prozent.
Auch Gemüse kostete auf Erzeugerebene deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Die Preise stiegen insgesamt um 14,3 Prozent. Besonders ausgeprägt waren die Preissteigerungen bei Eissalat mit 72,4 Prozent, Tomaten mit 27,8 Prozent und Gurken mit 15,4 Prozent.
Getreide verteuerte sich binnen Jahresfrist um 11,5 Prozent, Handelsgewächse um 7,9 Prozent. Bei Raps betrug der Preisanstieg 13,6 Prozent.
Deutlich günstiger wurde dagegen Obst. Die Erzeugerpreise lagen im August um 20,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Tafeläpfel verbilligten sich um 32,9 Prozent, Erdbeeren um 6,4 Prozent.
Milchpreise sinken um fast 24 Prozent
Bei Tieren und tierischen Erzeugnissen setzte sich dagegen der Preisrückgang fort. Die Preise lagen im August insgesamt um 16,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Milch aus. Hier sanken die Erzeugerpreise um 23,9 Prozent. Schlachtschweine waren 19,0 Prozent günstiger, Rinder 12,9 Prozent und Geflügel 2,5 Prozent. Bei Hähnchen betrug der Preisrückgang 4,6 Prozent.
Eine gegenläufige Entwicklung zeigte sich bei Eiern. Deren Erzeugerpreise stiegen gegenüber August 2025 um 7,9 Prozent.
Stärkster monatlicher Preisanstieg seit März 2022
Trotz des Rückgangs gegenüber dem Vorjahr zogen die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise im Vergleich zum Juli 2026 kräftig an. Pflanzliche Erzeugnisse verteuerten sich innerhalb eines Monats um 11,1 Prozent, Tiere und tierische Produkte um 2,0 Prozent.
Mit dem Gesamtanstieg von 5,5 Prozent verzeichnete die Landwirtschaft den stärksten monatlichen Preissprung seit März 2022. Damals hatten sich nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine unter anderem die Getreidepreise sprunghaft erhöht.





