ADAC: Preisdifferenz an Tankstellen erreicht neuen Höchststand

München, 11. Juni 2026 (JPD) Die Preisunterschiede an deutschen Tankstellen haben im Mai 2026 nach Angaben des ADAC einen neuen Höchststand erreicht. Eine Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen ergab, dass die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Preis eines durchschnittlichen Tages bei Super E10 14,6 Cent je Liter und bei Diesel 18,4 Cent je Liter betrug. Damit wurden die bisherigen Rekordwerte aus den Vorjahren deutlich übertroffen.

Für Super E10 lag der bisher höchste Unterschied im Mai 2025 bei 12,5 Cent je Liter, für Diesel im Mai 2022 bei 16,7 Cent. Der ADAC verweist darauf, dass bereits vor vier Jahren außergewöhnliche Marktbedingungen infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine zu starken Preisschwankungen geführt hatten.

Österreich-Modell prägt Tagesverlauf der Kraftstoffpreise

Seit Einführung des sogenannten Österreich-Modells Anfang April dürfen Tankstellen die Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich um 12 Uhr anheben. Danach können die Preise bis zum nächsten Mittag lediglich unverändert bleiben oder sinken. Nach dem Preissprung zur Mittagszeit fallen die Kraftstoffpreise im Tagesverlauf kontinuierlich und liegen bereits gegen 17.30 Uhr unter dem Tagesdurchschnitt.

Leichte Anstiege sind laut Auswertung gegen 22 Uhr sowie um Mitternacht zu beobachten, wenn zahlreiche, häufig günstigere Tankstellen schließen. Nach einer stabilen Nachtphase sinken die Durchschnittspreise ab etwa 5 Uhr morgens erneut, sobald diese Stationen wieder öffnen.

Wer zum günstigsten statt zum teuersten Zeitpunkt tankt, kann nach Berechnungen des ADAC bei einer 50-Liter-Füllung Super E10 durchschnittlich 7,30 Euro sparen. Bei Diesel beträgt die mögliche Ersparnis 9,20 Euro.

Der Automobilclub weist zugleich darauf hin, dass das allgemeine Preisniveau seit Einführung des Österreich-Modells gestiegen sei. Nach Einschätzung des ADAC reagieren Mineralölunternehmen auf die eingeschränkten Möglichkeiten für Preisanhebungen mit zusätzlichen Risikoaufschlägen. Als Hinweis darauf wertet der Club die teils erheblichen Preissprünge zur Mittagszeit, die nach seiner Auffassung nicht allein durch Veränderungen des Ölpreises erklärbar sind.

Autofahrern empfiehlt der ADAC, die günstigsten Tageszeiten gezielt für den Tankvorgang zu nutzen und nach Möglichkeit preisgünstige Tankstellen anzufahren. Fahrer von Benzinfahrzeugen können zudem durch die Nutzung von Super E10 statt Super E5 – sofern vom Hersteller freigegeben – weitere rund sechs Cent je Liter sparen.

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