
Wiesbaden/Marburg, 13. August 2026 (JPD). Hessen will die Cybersicherheit seiner Kommunen mit einem neuen digitalen Analysewerkzeug stärken. Beim neunten Cybersicherheitsgipfel Hessen in Marburg wurde am Donnerstag das Pilotprojekt „Sandbox“ vorgestellt. Der geschützte digitale Testraum soll verdächtige E-Mail-Anhänge und Dateien untersuchen können, ohne dass mögliche Schadsoftware Schäden an kommunalen IT-Systemen verursacht.
Entwickelt wurde die „Sandbox“ gemeinsam von der Hochschule Fresenius und dem Hessen CyberCompetenceCenter (Hessen3C). Grundlage ist Open-Source-Software. Mit dem Beginn der Pilotphase soll das System nun unter Praxisbedingungen erprobt werden.
Innenstaatssekretär Martin Rößler bezeichnete Cybersicherheit bei der Eröffnung des Gipfels als unverzichtbaren Bestandteil staatlicher Daseinsvorsorge. Verwaltung, Energieversorgung, Gesundheitswesen, Bildung und Wirtschaft seien zunehmend digital miteinander vernetzt. Gleichzeitig würden Cyberangriffe professioneller, stärker automatisiert und häufiger von geopolitischen Interessen beeinflusst.
Besonders die Kommunen seien von dieser Entwicklung betroffen. Ausfälle oder Angriffe auf digitale Systeme könnten für Bürger unmittelbar spürbare Folgen haben. Das Hessen3C unterstützt die hessischen Kommunen deshalb bei der Prävention und Bewältigung von Sicherheitsvorfällen.
Nach Angaben des Innenministeriums gehören manipulierte E-Mail-Anhänge und Links zu den häufigsten Einfallstoren für Schadsoftware in Behörden. Mit der „Sandbox“ sollen verdächtige Dateien deshalb isoliert analysiert werden können, bevor sie in regulären IT-Systemen geöffnet werden.
Neben dem Pilotprojekt stellt Hessen den Kommunen weitere Unterstützungsangebote zur Verfügung. Dazu zählt die kostenlose Anbindung an die Malware Information Sharing Platform (MISP), über die Informationen zu Cyberbedrohungen und sicherheitsrelevante Erkenntnisse ausgetauscht werden können.
Mit dem sogenannten Kompass-Cybersicherheitssiegel würdigt das Land zudem Kommunen, die ihre IT-Sicherheit systematisch verbessern. Auch der zwischen Land und Kommunen vereinbarte Zukunftspakt soll nach Angaben des Innenministeriums zum Aufbau einheitlicher und widerstandsfähiger IT-Strukturen beitragen.
Der neunte Cybersicherheitsgipfel Hessen steht unter dem Motto „80 Jahre Hessen – Cybersicherheit in der Zeitenwende“. Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft beraten dort über aktuelle Cyberbedrohungen, neue Technologien und die Widerstandsfähigkeit digitaler Infrastrukturen.






