Anklage gegen Berliner Polizeibeamten wegen Geheimnisverrats und Korruption erhoben

Berlin, 22. April 2026 (JPD) Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Anklage gegen einen inzwischen 33-jährigen Polizeibeamten zum Landgericht Berlin I erhoben. Dem früher im Abschnitt 55 in Neukölln tätigen Beamten werden insgesamt 17 Fälle des Geheimnisverrats, vier Fälle der Bestechlichkeit sowie sechs Fälle der Rechtsbeugung vorgeworfen.

H2: Anklage wegen Geheimnisverrats, Bestechlichkeit und Rechtsbeugung gegen Polizeibeamten

Nach den Ermittlungen soll der Beschuldigte zwischen Februar 2020 und Februar 2023 polizeiliche Erkenntnisse in 17 Fällen unbefugt an Personen aus dem kriminellen Milieu weitergegeben haben. Dazu gehörten unter anderem Hinweise auf einen bestehenden Haftbefehl, Inhalte aus Polizeiberichten, personenbezogene Daten sowie Informationen zu geplanten Einsätzen und Dienstzeiten von Polizeikräften.

In vier weiteren Fällen soll der Beamte Informationen mit Angehörigen der mutmaßlich kriminellen Szene ausgetauscht und im Gegenzug Vorteile erhalten haben. Dazu zählen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Sachleistungen wie Getränke, Essen und Wasserpfeifen sowie in einem Fall ein Darlehen über 38.000 Euro. Im Gegenzug soll er dienstliche Informationen weitergegeben und Einfluss auf ein Ermittlungsverfahren angeboten haben.

Darüber hinaus wird dem Angeschuldigten in sechs Fällen Rechtsbeugung vorgeworfen. Er soll auf Grundlage vermeintlich anonymer Hinweise Ermittlungen eingeleitet haben, obwohl ihm die Hinweisgeber tatsächlich bekannt gewesen seien. Zudem soll er bei der Staatsanwaltschaft unter unzutreffenden Angaben Durchsuchungsbeschlüsse beantragt haben, die vom Amtsgericht Tiergarten erlassen wurden.

Auslöser des Verfahrens waren Zeugenhinweise aus dem Jahr 2021. Im Zuge verdeckter Ermittlungen und anschließender Durchsuchungen im Februar 2023 stellten die Ermittlungsbehörden insbesondere digitale Kommunikationsdaten sicher, darunter Chatverläufe.

Der Beschuldigte wurde nach den Durchsuchungen vom Dienst freigestellt und erhielt ein vorläufiges Verbot der Dienstausübung.

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