
Berlin, 24. April 2026 (JPD) Die Staatsanwaltschaft Berlin hat vor dem Landgericht Berlin I Anklage gegen eine 38-jährige Mutter erhoben. Ihr wird Körperverletzung mit Todesfolge in Tateinheit mit Aussetzung vorgeworfen, nachdem ihr siebenjähriger, an Diabetes erkrankter Sohn infolge eines mutmaßlich unterlassenen Insulinmanagements gestorben sein soll.
Insulinmangel nach ignorierten Warnsignalen – Verfahren vor dem Landgericht Berlin I
Die Angeschuldigte soll im Zeitraum vom 7. bis 11. Juli 2023 in Berlin-Tempelhof insgesamt 49 unzusammenhängende Alarmmeldungen der Insulinpumpe ihres Sohnes ignoriert haben, während sich der Junge in ihrer Obhut befand. Die Warnsignale hätten auf eine unzureichende Insulinversorgung hingewiesen, so der Vorwurf der Ermittlungsbehörden.
Am frühen Morgen des 11. Juli 2023 soll die Mutter versucht haben, ihren Sohn zu wecken, was jedoch erfolglos geblieben sei. In der Folge habe sie den Notarzt verständigt. Der Siebenjährige wurde anschließend in ein Krankenhaus gebracht und zunächst medizinisch behandelt.
Die aus der Insulinunterversorgung resultierende Stoffwechselentgleisung führte laut Anklage zu einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns. Der Junge verstarb am 8. August 2023 im Krankenhaus an den Folgen dieses Zustands.





