
Frankenthal, 20. August 2026 (JPD). In der Justizvollzugsanstalt Frankenthal wird derzeit der Einsatz von Telemedizin bei der medizinischen Versorgung von Gefangenen erprobt. Der rheinland-pfälzische Minister der Justiz und für Verbraucherschutz, Helmut Martin, hat sich bei einem Besuch der Anstalt über das seit Juli laufende Pilotprojekt informiert.
Bei einem Rundgang besichtigte der Minister unter anderem die interne Arztpraxis. Dort wurde ihm die praktische Anwendung eines telemedizinisch nutzbaren Dermatoskops demonstriert. Die damit aufgenommenen Bilder können in Echtzeit an eine per Video zugeschaltete Ärztin oder einen Arzt übertragen und für dermatologische Untersuchungen genutzt werden.
Nach Angaben des Justizministeriums soll die Telemedizin insbesondere bei medizinischen Fachrichtungen eingesetzt werden, bei denen kein unmittelbarer körperlicher Kontakt zwischen Arzt und Patient erforderlich ist. Dabei kommen sowohl geplante Untersuchungen als auch kurzfristig auftretende medizinische Fragestellungen in Betracht.
Weniger Ausführungen zu externen Ärzten
Die Videokonsultationen finden unter Begleitung von Beschäftigten der medizinischen Abteilung der jeweiligen Justizvollzugsanstalt statt. Diese organisieren die Sprechstunden, unterstützen die zugeschalteten Ärzte bei der Untersuchung und setzen anschließend angeordnete Behandlungsmaßnahmen um. Dazu können etwa die Ausgabe von Medikamenten oder die Anwendung von Salben gehören.
Justizminister Martin sieht darin neben einer Verbesserung der medizinischen Versorgung auch organisatorische und sicherheitsbezogene Vorteile. Durch telemedizinische Untersuchungen könnten Ausführungen von Gefangenen zu externen Arztterminen vermieden werden. Solche Transporte seien regelmäßig mit zusätzlichem Personalaufwand und Sicherheitsrisiken verbunden.
Seit Juli 2026 wird das Konzept nach Angaben des Ministeriums in zwei rheinland-pfälzischen Justizvollzugsanstalten getestet.
Minister würdigt Arbeit im Justizvollzug
Bei seinem Besuch tauschte sich Martin zudem mit der Leiterin der JVA Frankenthal, Gundi Bäßler, sowie Beschäftigten unterschiedlicher Berufsgruppen über die Arbeit im Justizvollzug aus.
Der Minister bezeichnete den Justizvollzug als wesentlichen Bestandteil eines funktionierenden Rechtsstaats. Neben der Sicherheit der Bevölkerung komme den Beschäftigten eine zentrale Rolle bei der Resozialisierung von Gefangenen zu.
Die JVA Frankenthal verfügt im geschlossenen Vollzug über 420 und im offenen Vollzug über weitere 19 Haftplätze. Sie ist unter anderem für den Vollzug von Freiheitsstrafen aus den Landgerichtsbezirken Frankenthal, Kaiserslautern und Landau zuständig und nimmt Untersuchungshäftlinge aus den Landgerichtsbezirken Frankenthal und Kaiserslautern auf.
In den zwölf selbstständigen Justizvollzugseinrichtungen des Landes Rheinland-Pfalz arbeiten insgesamt rund 2.200 Beschäftigte.






