
Landesverbands Bayern, Deutscher Juristinnenbund, Dr. Karin Angerer, Präsidentin des Oberlandesgerichts Bamberg, Christian Porzelt, Historiker, Jüdisches Museum Augsburg Schwaben, Melanie Huml, Mitglied des Bayerischen Landtags, Staatsministerin a. D., Ursula Sowa, Mitglied des Bayerischen Landtags; Foto: OLG Bamberg / M. Bayer
Bamberg, 10. Juni 2026 (JPD) Mit einer feierlichen Veranstaltung hat das Oberlandesgericht Bamberg die Ausstellung „Jüdische Juristinnen und Juristinnen jüdischer Herkunft“ eröffnet. Die vom Deutschen Juristinnenbund initiierte Wanderausstellung ist bis Ende Juli in der Historischen Bibliothek des Oberlandesgerichts zu sehen und widmet sich den Lebenswegen jüdischer Juristinnen in Deutschland vor und nach der nationalsozialistischen Machtübernahme.
Die Ausstellung beleuchtet sowohl die Verfolgung und Ausgrenzung jüdischer Juristinnen während des Nationalsozialismus als auch die gesellschaftlichen und rechtlichen Hürden, mit denen Frauen beim Zugang zu juristischen Berufen zu Beginn des 20. Jahrhunderts konfrontiert waren. Thematisiert werden die schrittweise Gleichstellung nach dem Ersten Weltkrieg sowie die erneuten Einschränkungen und Verfolgungen ab 1933.
Ausstellung erinnert an Verfolgung und Engagement jüdischer Juristinnen
Zur Eröffnung begrüßte die Präsidentin des Oberlandesgerichts Bamberg, Karin Angerer, rund 40 geladene Gäste. Sie erinnerte daran, dass Frauen erst nach jahrzehntelangem Ringen Zugang zu juristischen Fakultäten, Staatsexamina und klassischen juristischen Berufen wie dem Richter- oder Anwaltsberuf erhielten.
Den Festvortrag hielt der Historiker Christian Porzelt. Im Mittelpunkt stand die Frauenrechtlerin, Demokratin und Pazifistin Ernestine Reuter, die 1870 in eine fränkisch-jüdische Kaufmannsfamilie geboren wurde. Reuter engagierte sich maßgeblich für das Frauenwahlrecht und die Gründung einer Ortsgruppe des Deutschen Verbands für Frauenstimmrecht in Lichtenfels. Nachdem sie 1933 von ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten ausgeschlossen worden war, nahm sie sich ein Jahr später das Leben.
Eine Einführung in die Ausstellung gab anschließend die Rechtsanwältin Nina-Sophie Metzmacher. Die Ausstellung porträtiert 17 Juristinnen und steht stellvertretend für zahlreiche weitere jüdische oder von den Nationalsozialisten als jüdisch verfolgte Angehörige der ersten Generation von Juristinnen in Deutschland.
Die Ausstellung ist bis einschließlich 31. Juli 2026 im Zentraljustizgebäude am Wilhelmsplatz in Bamberg zu sehen. Der Besuch ist während der Öffnungszeiten des Gerichts ohne Anmeldung möglich, der Eintritt ist frei.






