Defizit der öffentlichen Haushalte wächst auf knapp 99 Milliarden Euro

Wiesbaden, 02.10.2026 (JPD) – Das Finanzierungsdefizit der öffentlichen Haushalte ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich gestiegen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung verzeichneten zusammen ein Minus von 98,8 Milliarden Euro nach 58,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit.

Die Einnahmen des Öffentlichen Gesamthaushalts erhöhten sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um rund zwei Prozent auf 1.011,8 Milliarden Euro. Die Ausgaben stiegen dagegen um rund sechs Prozent auf 1.110,6 Milliarden Euro.

Den größten Anteil am Gesamtdefizit hatte der Bund. Seine Ausgaben wuchsen um 9,8 Prozent auf 325,5 Milliarden Euro, während die Einnahmen um fünf Prozent auf 253,1 Milliarden Euro zurückgingen. Das Bundesdefizit erhöhte sich dadurch von 30,0 auf 72,3 Milliarden Euro.

Zu den geringeren Bundeseinnahmen trugen nach Angaben von Destatis unter anderem die Senkung der Stromsteuer für das Produzierende Gewerbe und die Landwirtschaft sowie die zeitweise Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe bei. Auch die Einnahmen aus der Tabaksteuer gingen zurück.

Gleichzeitig stiegen die Zinsausgaben des Öffentlichen Gesamthaushalts um 21,2 Prozent auf 31,2 Milliarden Euro. Die Sachinvestitionen stagnierten insgesamt bei 43,1 Milliarden Euro. Während Bund und Länder ihre Investitionen erhöhten, sanken sie bei den Gemeinden um 4,5 Prozent.

Die Länder schlossen das erste Halbjahr mit einem Defizit von 6,3 Milliarden Euro ab. Bayern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen erzielten dagegen Überschüsse.

Das Finanzierungsdefizit der Gemeinden und Gemeindeverbände verharrte mit 20,1 Milliarden Euro auf dem Rekordniveau des Vorjahreszeitraums. Die Sozialversicherung wies mit einem Minus von 68 Millionen Euro nahezu einen ausgeglichenen Finanzierungssaldo aus.

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