Angriff auf Lehrerin und Obdachlosen: Neun Jahre Jugendstrafe für Erjon S.

Düsseldorf, 24.09.2026 (JPD) – Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat den zur Tatzeit 17 Jahre alten Erjon S. wegen zweifachen versuchten Mordes und weiterer Straftaten zu einer Einheitsjugendstrafe von neun Jahren verurteilt. Der Staatsschutzsenat behielt zudem die Sicherungsverwahrung vor und ordnete die Vollziehung der Jugendstrafe in einer sozialtherapeutischen Einrichtung an.

Nach den Feststellungen des Gerichts hatte sich der kosovarische Staatsangehörige im Internet radikalislamisch radikalisiert. Am 5. September 2025 wollte er demnach zunächst seine Klassenlehrerin an einem Berufskolleg in Essen und anschließend möglichst viele Juden in der Alten Synagoge töten.

Der Angeklagte stach seiner Lehrerin in Tötungsabsicht in den Brustbereich und verletzte sie lebensgefährlich. Nachdem ihm der Zutritt zur Alten Synagoge zunächst verweigert worden war, griff er an einer nahegelegenen Bushaltestelle einen Obdachlosen mit einem Messer an und verletzte auch ihn lebensgefährlich.

Später wollte sich der Angeklagte nach Überzeugung des Senats von Polizeibeamten erschießen lassen. Als er trotz Aufforderung ein Messer zog, schoss ein Beamter auf ihn und verletzte ihn schwer.

Der Senat verurteilte ihn außerdem wegen vorsätzlicher Körperverletzung sowie Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Nötigung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Revision zum Bundesgerichtshof ist möglich.

Aktenzeichen: III-5 St 2/26

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