
Bonn, das Bundeskartellamt hat den geplanten Erwerb der Sidra Wasserchemie GmbH durch den finnischen Wasserchemikalien-Anbieter Kemira Oyj freigegeben. Der Entscheidung ging ein Hauptprüfverfahren mit vertieften wettbewerbsrechtlichen Ermittlungen voraus.
Nach Angaben der Behörde erreichen Kemira und Sidra insbesondere bei Eisensalzen in Teilen Deutschlands und teilweise auch in angrenzenden Ländern eine starke Marktstellung. Die Ermittlungen hätten jedoch ergeben, dass den Abnehmern weiterhin ausreichend Ausweichmöglichkeiten bei Wettbewerbern im In- und Ausland zur Verfügung stehen.
„Es gibt jedoch weiterhin genügend Wettbewerber im In- und Ausland, die die Verhaltensspielräume der Zusammenschlussbeteiligten auch künftig ausreichend begrenzen werden“, erklärte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt.
Kemira ist weltweit tätig und produziert chemische Produkte für wasserintensive Industriezweige sowie die kommunale Wasser- und Abwasserwirtschaft. In Deutschland unterhält das Unternehmen Produktionsstandorte für Eisen- und Aluminiumsalze in Dormagen und Rheinberg. Sidra produziert an Standorten in Ibbenbüren und Bitterfeld insbesondere Eisensalze und beliefert Kunden in Deutschland sowie den Benelux-Ländern.
Eisen- und Aluminiumsalze kommen unter anderem bei der Trinkwasseraufbereitung und der Abwasserreinigung zum Einsatz. In Kläranlagen werden sie beispielsweise verwendet, um Phosphate und andere Schadstoffe aus dem Abwasser zu entfernen.
Im Rahmen seiner Prüfung untersuchte das Bundeskartellamt neben Umsätzen und Absatzmengen auch die Lieferströme der Anbieter. Wegen des vergleichsweise geringen Warenwertes der in großen Mengen benötigten Chemikalien spielen Transportkosten nach Angaben der Behörde eine wesentliche Rolle. Metallsalze würden deshalb selbst unter günstigen Bedingungen nur selten über Entfernungen von mehr als 500 Kilometern transportiert.
Das Bundeskartellamt kam dennoch zu dem Ergebnis, dass neben deutschen Anbietern auch Wettbewerber aus dem angrenzenden Ausland ausreichend Wettbewerbsdruck ausüben können.
Künftig könnte die Nachfrage nach Metallsalzen zudem steigen. Hintergrund sind verschärfte Anforderungen an die Abwasserbehandlung durch die neue EU-Kommunalabwasserrichtlinie.





