
Karlsruhe, 10. September 2026 (JPD) Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen nach Angriffen auf Umspannwerke in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen übernommen. Gegen den deutschen Staatsangehörigen Daniel V. besteht der Verdacht der versuchten und vollendeten verfassungsfeindlichen Sabotage sowie der versuchten und vollendeten Störung öffentlicher Betriebe. Der Beschuldigte befindet sich seit dem 8. September in Untersuchungshaft.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft soll Daniel V. zu bislang nicht genau bestimmbaren Zeitpunkten unter Hochspannungsleitungen in der Nähe mehrerer Umspannwerke Silvesterraketen oder ähnliche Gegenstände platziert haben. Diese seien mit Zündern, Zeitschaltern und Drähten verbunden gewesen und sollten zu voreingestellten Zeiten in Richtung der Leitungen geschossen werden. Ziel soll es gewesen sein, Kurzschlüsse auszulösen.
Kurzschlüsse in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen
Im Bereich der Umspannwerke Turnow-Preilack in Brandenburg und Bergheim-Rheidt in Nordrhein-Westfalen kam es am 1. September 2026 tatsächlich zu Kurzschlüssen. In der Folge mussten die betroffenen Leitungen vorübergehend notabgeschaltet werden.
In Bergheim-Rheidt wurden nach Angaben der Bundesanwaltschaft zudem zwei nahegelegene Braunkohlekraftwerke abgeschaltet. Auch die Stromversorgung eines angrenzenden Ortes war zeitweise beeinträchtigt.
Die Bundesanwaltschaft begründet die Übernahme der Ermittlungen mit der besonderen Bedeutung des Falles. Die mutmaßlichen Taten seien länderübergreifend erfolgt und hätten offenbar darauf abgezielt, großflächige Stromausfälle zu verursachen. Dies sei geeignet gewesen, das Vertrauen der Bevölkerung in den Schutz kritischer Infrastruktur zu schwächen und die innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen.
Daniel V. war am 8. September auf Grundlage eines Haftbefehls des Amtsgerichts Cottbus festgenommen worden. Zur Anpassung des Haftbefehls soll er dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.





