
Wiesbaden, 8. September 2026 (JPD) In Deutschland sind im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 230,6 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und in das Netz eingespeist worden. Das waren 4,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stieg um 6,5 Prozent auf 136,4 Milliarden Kilowattstunden. Ihr Anteil an der inländischen Stromproduktion erhöhte sich damit von 58,0 auf 59,1 Prozent.
Die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern nahm ebenfalls zu, und zwar um 1,7 Prozent auf 94,2 Milliarden Kilowattstunden. Wegen der insgesamt höheren Stromproduktion sank ihr Anteil jedoch von 42,0 auf 40,9 Prozent.
Windkraft bleibt wichtigste Energiequelle
Die Stromproduktion aus Windkraft stieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 12,3 Prozent auf 67,7 Milliarden Kilowattstunden. Ihr Anteil an der gesamten inländischen Stromerzeugung erhöhte sich dadurch von 27,3 auf 29,4 Prozent. Windkraft blieb damit die wichtigste Energiequelle. Destatis führt den deutlichen Anstieg im Vorjahresvergleich vor allem auf das außergewöhnlich windarme erste Quartal 2025 zurück.
Auch die Stromerzeugung aus Photovoltaik nahm zu. Sie stieg um 3,5 Prozent auf 41,0 Milliarden Kilowattstunden und erreichte einen Anteil von 17,8 Prozent. Damit blieb Photovoltaik die drittwichtigste Energiequelle.
Kohle lag mit einer Stromproduktion von 49,4 Milliarden Kilowattstunden und einem Anteil von 21,4 Prozent weiterhin auf dem zweiten Platz. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sank die daraus erzeugte Strommenge um 0,5 Prozent. Die Stromerzeugung aus Erdgas stieg dagegen um 6,4 Prozent auf 38,0 Milliarden Kilowattstunden und erreichte einen Anteil von 16,5 Prozent.
Stromimportüberschuss sinkt auf 0,6 Milliarden Kilowattstunden
Die nach Deutschland importierte Strommenge ging im ersten Halbjahr 2026 um 8,7 Prozent auf 34,5 Milliarden Kilowattstunden zurück. Gleichzeitig stiegen die Stromexporte um 14,9 Prozent auf 33,9 Milliarden Kilowattstunden. Damit verringerte sich der Importüberschuss von 8,3 Milliarden Kilowattstunden im Vorjahreszeitraum auf 0,6 Milliarden Kilowattstunden.
Die in Deutschland verfügbare und nachgefragte Strommenge stieg zugleich um 1,0 Prozent auf 231,2 Milliarden Kilowattstunden. Im ersten Halbjahr 2025 waren es 229,0 Milliarden Kilowattstunden gewesen.
Langfristig hat sich der Energiemix deutlich verschoben. Während bis 2022 konventionelle Energieträger überwogen, wird seit 2023 mehr Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt. Im ersten Halbjahr 2026 lag die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien außer im Januar in jedem Monat über der aus konventionellen Energieträgern. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 wurde gut ein Viertel mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, während die Stromerzeugung aus konventionellen Quellen von 174,6 auf 94,2 Milliarden Kilowattstunden zurückging.




