
München, 21. August 2026 (JPD). Der Fachkräftemangel in Deutschland hat wieder etwas zugenommen. Im Juli gaben 23,2 Prozent der Unternehmen an, nicht genügend qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Im April hatte der Anteil noch bei 21,1 Prozent gelegen. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des ifo Instituts hervor.
Trotz des Anstiegs liegt der Fachkräftemangel weiterhin deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt von 31,7 Prozent. Die derzeit schwache Konjunktur begrenze den Bedarf an zusätzlichen Fachkräften, erklärte ifo-Forscherin Daria Schaller. Mit einer stärkeren wirtschaftlichen Erholung dürfte sich der Fachkräftemangel nach Einschätzung des Instituts wieder deutlicher verschärfen.
Im Dienstleistungssektor meldeten 25,7 Prozent der Unternehmen fehlende Fachkräfte. Besonders ausgeprägt sind die Engpässe in der Rechts- und Steuerberatung sowie der Wirtschaftsprüfung. Dort stieg der Anteil der betroffenen Unternehmen von 52,4 auf 64,7 Prozent.
Auch in der Telekommunikationsbranche nahm der Fachkräftemangel deutlich zu. Der Anteil stieg von 16,3 auf 31,1 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Oktober 2023.
In der Industrie berichteten 18,7 Prozent der Unternehmen von fehlenden Fachkräften. Gegenüber April entspricht dies einem Anstieg um 4,5 Prozentpunkte. Besonders betroffen ist die Papierindustrie mit einem Anteil von 35,0 Prozent.
Im Bauhauptgewerbe meldeten 32,6 Prozent der Unternehmen Fachkräfteengpässe. Vergleichsweise gering bleibt der Mangel dagegen im Handel, wo 16,2 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten bei der Besetzung entsprechend qualifizierter Stellen angaben.
Eine steigende Zahl von Arbeitslosen löse das Problem nicht automatisch, betonte Schaller. Entscheidend sei, ob die Qualifikationen der Arbeitssuchenden zu den Anforderungen der offenen Stellen passten.




