212.000 Erwerbstätige weniger als vor einem Jahr

Wiesbaden, 18. August 2026 (JPD). Der Abwärtstrend bei der Erwerbstätigkeit in Deutschland setzt sich fort. Im zweiten Quartal 2026 waren rund 45,7 Millionen Menschen erwerbstätig und damit 212.000 beziehungsweise 0,5 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Saisonbereinigt sank die Zahl gegenüber dem ersten Quartal um 53.000 Personen oder 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mitteilte.

Damit nahm der Rückgang gegenüber dem Vorjahr leicht an Tempo zu. Im ersten Quartal 2026 hatte die Zahl der Erwerbstätigen noch um 190.000 Personen beziehungsweise 0,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen.

Ohne Saisonbereinigung stieg die Erwerbstätigkeit gegenüber dem ersten Quartal zwar um 163.000 Personen oder 0,4 Prozent. Ein solcher Zuwachs ist im Frühjahr allerdings üblich. Im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 hatte das Plus im zweiten Quartal bei 222.000 Personen beziehungsweise 0,5 Prozent gelegen.

Dienstleistungen erstmals seit Corona mit spürbarem Minus

Besonders auffällig ist die Entwicklung im Dienstleistungssektor. Dort sank die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahresquartal um 27.000 Personen oder 0,1 Prozent. Nach Angaben von Destatis war dies erstmals seit der Corona-Krise wieder ein spürbarer Rückgang. Im ersten Quartal hatte die Beschäftigung in den Dienstleistungsbereichen noch nahezu stagniert.

Innerhalb des Sektors verlief die Entwicklung allerdings sehr unterschiedlich. Bei öffentlichen Dienstleistern sowie in Erziehung und Gesundheit nahm die Beschäftigung um 187.000 Personen oder 1,5 Prozent zu. Auch bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern gab es mit einem Plus von 1.000 Beschäftigten einen leichten Zuwachs.

Deutliche Verluste verzeichneten dagegen Handel, Verkehr und Gastgewerbe. Dort sank die Zahl der Erwerbstätigen um 115.000 Personen oder 1,1 Prozent. Bei den Unternehmensdienstleistern ging sie um 52.000 beziehungsweise 0,8 Prozent zurück. In der Informations- und Kommunikationsbranche sank die Beschäftigung um 24.000 Personen oder 1,5 Prozent.

Industrie verliert 159.000 Erwerbstätige

Noch stärker fiel der Beschäftigungsabbau außerhalb des Dienstleistungssektors aus. Insgesamt waren dort 185.000 Menschen beziehungsweise 1,7 Prozent weniger erwerbstätig als im Vorjahresquartal.

Im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe sank die Zahl der Erwerbstätigen um 159.000 Personen oder 2,0 Prozent. Im Baugewerbe waren 17.000 Personen beziehungsweise 0,7 Prozent weniger beschäftigt. In Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei betrug der Rückgang 9.000 Personen oder 1,5 Prozent.

Auch die Zahl der Arbeitnehmer sowie der Selbstständigen ging zurück. Im zweiten Quartal waren 42,1 Millionen Menschen als Arbeitnehmer beschäftigt. Das waren 154.000 beziehungsweise 0,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger sank um 58.000 oder 1,6 Prozent auf 3,6 Millionen.

Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen verringerte sich nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung um 0,5 Prozent auf 14,4 Milliarden Stunden. Die durchschnittlich geleistete Arbeitszeit je Erwerbstätigem blieb mit 314,7 Stunden dagegen unverändert.

Im europäischen Vergleich entwickelte sich die Beschäftigung in Deutschland damit schwächer. Nach Angaben von Eurostat stieg die Erwerbstätigkeit im zweiten Quartal 2026 sowohl in der Europäischen Union als auch im Euroraum gegenüber dem Vorjahresquartal durchschnittlich um 0,5 Prozent.

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