
Köln, 25. Juli 2026 (JPD). Der erleichterte Einbau neuer Gasheizungen könnte für Eigentümer und Mieter langfristig erhebliche Mehrkosten verursachen. Nach Modellrechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) steigen die jährlichen Heizkosten für eine typische, teilweise sanierte Altbauwohnung von rund 1.080 Euro im Jahr 2026 auf etwa 1.952 Euro im Jahr 2040.
Die Berechnung bezieht sich auf eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit einem jährlichen Gasverbrauch von 10.000 Kilowattstunden. Insgesamt ergibt sich im durchschnittlichen Szenario ein Kostenanstieg von 872 Euro pro Jahr.
Beimischung klimafreundlicher Gase als größter Kostentreiber
Mehr als 70 Prozent der zusätzlichen Belastung entfallen laut IW auf die schrittweise vorgeschriebene Beimischung klimafreundlicher Brennstoffe. Neu eingebaute Gasheizungen müssen ab 2029 zu zehn Prozent mit Biomethan oder anderen klimafreundlichen Gasen betrieben werden. Bis 2040 soll der Anteil auf 60 Prozent steigen.
Da Biomethan und Wasserstoff voraussichtlich knapp und entsprechend teuer bleiben, rechnet das IW allein hierdurch im Jahr 2040 mit Mehrkosten von 643 Euro jährlich.
Hinzu kommen steigende Gasnetzentgelte. Wechseln mehr Haushalte zu Wärmepumpen oder Fernwärme, müssen die weitgehend gleichbleibenden Kosten der Gasnetze auf weniger Anschlüsse verteilt werden. Das IW veranschlagt hierfür zusätzliche Kosten von 184 Euro pro Jahr.
Der steigende CO₂-Preis fällt mit modellierten Mehrkosten von 44 Euro vergleichsweise wenig ins Gewicht. Grund dafür ist, dass der Anteil fossilen Erdgases durch die zunehmende Beimischung klimafreundlicher Gase schrittweise sinkt.
IW warnt vor unterschätzten Folgekosten
Der erleichterte Einbau von Gasheizungen verschafft Eigentümern zunächst mehr Entscheidungsfreiheit und kann wegen der niedrigeren Anschaffungskosten attraktiv erscheinen. Nach Einschätzung des IW werden die langfristigen Betriebskosten jedoch häufig unterschätzt.
„Die Politik verkauft das neue Heizungsgesetz als Freiheit im Heizungskeller – ohne Mehrkosten. Das ist irreführend“, erklärte IW-Experte Ralph Henger. Wer sich für eine neue Gasheizung entscheide, müsse langfristig mit höheren Belastungen rechnen. Davon seien sowohl Vermieter als auch Mieter betroffen.






