Fast jeder zehnte Mensch in Deutschland ist schwerbehindert

Wiesbaden, 13. Juli 2026 (JPD) – In Deutschland haben zum Jahresende 2025 gut 7,8 Millionen Menschen mit einer schweren Behinderung gelebt. Damit waren 9,4 Prozent der Gesamtbevölkerung schwerbehindert, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Unter den Betroffenen waren 49,9 Prozent Männer und 50,1 Prozent Frauen.

Als schwerbehindert gelten Menschen, denen die Versorgungsämter einen Grad der Behinderung von mindestens 50 zuerkannt und einen gültigen Schwerbehindertenausweis ausgestellt haben.

Zum Jahresende 2023 waren knapp 7,9 Millionen schwerbehinderte Menschen registriert worden und damit rund 27.000 mehr als Ende 2025. Die Zahlen sind nach Angaben der Statistiker jedoch nur eingeschränkt vergleichbar. In Hessen und Sachsen wurden die Verwaltungsdaten umfassend bereinigt, wodurch dort zusammen rund 195.000 Menschen weniger erfasst wurden als zwei Jahre zuvor. Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass zuvor eine Übererfassung bestanden hatte.

Mehrheit der Betroffenen mindestens 55 Jahre alt

Schwere Behinderungen bestehen den Angaben zufolge nur vergleichsweise selten seit der Geburt oder dem Kindesalter. Sie entstehen überwiegend erst im fortgeschrittenen Alter. Rund 3,5 Millionen Betroffene und damit 45 Prozent waren zwischen 55 und 74 Jahre alt. Weitere 2,7 Millionen oder 34 Prozent waren mindestens 75 Jahre alt.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren machten mit rund 231.000 Personen drei Prozent der schwerbehinderten Menschen aus.

Krankheiten häufigste Ursache

Gut 91 Prozent der schweren Behinderungen wurden durch eine Krankheit verursacht. Drei Prozent waren angeboren oder traten im ersten Lebensjahr auf. Gut ein Prozent war auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen. Auf sonstige Ursachen entfielen gut vier Prozent.

Bei 57 Prozent der Betroffenen lag eine körperliche Behinderung vor. Am häufigsten waren mit einem Anteil von 27 Prozent innere Organe oder Organsysteme betroffen. Bei zehn Prozent waren Arme oder Beine in ihrer Funktion eingeschränkt, bei neun Prozent die Wirbelsäule oder der Rumpf.

Blindheit oder eine Sehbehinderung lagen bei vier Prozent vor. Ebenfalls vier Prozent waren von Schwerhörigkeit sowie Gleichgewichts- oder Sprachstörungen betroffen. Bei zwei Prozent war der Verlust einer oder beider Brüste der Grund für die anerkannte Schwerbehinderung.

Geistige oder seelische Behinderungen hatten 16 Prozent der schwerbehinderten Menschen. Bei neun Prozent lagen zerebrale Störungen vor. Für die übrigen 19 Prozent war die Art der schwersten Behinderung nicht ausgewiesen.

Jeder Fünfte mit höchstem Behinderungsgrad

Bei 21 Prozent der schwerbehinderten Menschen hatten die Versorgungsämter den höchstmöglichen Grad der Behinderung von 100 festgestellt. Mehr als ein Drittel der Betroffenen, insgesamt 36 Prozent, hatte einen Grad der Behinderung von 50.

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