
München, 1. Juli 2026 (JPD). Das Geschäftsklima in der deutschen Chemieindustrie hat sich im Juni spürbar aufgehellt. Nach Angaben des ifo Instituts stieg der Geschäftsklimaindex für die Branche auf minus 17,8 Punkte, nach saisonbereinigt korrigierten minus 29,0 Punkten im Mai.
Deutlich besser fiel vor allem die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage aus. Der entsprechende Saldo verbesserte sich von minus 16,5 Punkten im Mai auf minus 2,9 Punkte im Juni. Auch die Erwartungen der Unternehmen hellten sich auf: Der Saldo stieg von minus 40,7 auf minus 31,5 Punkte.
„Das Geschäftsklima in der Chemieindustrie profitiert von leichten Rückgängen bei den Preisen für Energie und einzelnen Vorprodukten nach der sich abzeichnenden Entspannung im Nahost-Konflikt“, erklärte ifo-Branchenexpertin Anna Wolf.
Nach Einschätzung des Instituts spielt zudem ein Sondereffekt im internationalen Handel eine Rolle. Lieferausfälle aus dem Nahen Osten und dem besonders betroffenen Asien führten dazu, dass sich Nachfrage nach chemischen Produkten zu deutschen Herstellern verlagere. Auch im Juni seien gegenüber dem Vormonat mehr Aufträge bei den Unternehmen eingegangen. Die Produktion habe sich stabilisiert.
Zugleich verbesserten sich die Exporterwartungen der Branche. Der entsprechende Saldo stieg auf minus 4,8 Punkte, nach saisonbereinigt korrigierten minus 16,1 Punkten im Mai.
Die Lage bleibt nach Einschätzung des ifo Instituts dennoch angespannt. Die Versorgung mit Vorprodukten sei weiter schwierig. Zudem plane eine Mehrheit der Unternehmen für die kommenden Monate wieder mit steigenden Preisen. „Von einer nachhaltigen Trendwende kann noch keine Rede sein“, sagte Wolf. „Doch nach langer Zeit zeichnet sich erstmals wieder ein Hoffnungsschimmer ab.“





