Deutscher Außenhandel wächst wieder – Warenmenge bleibt unter Vorkrisenniveau

Wiesbaden, 19. Juni 2026 (JPD) Trotz einer leichten Erholung des deutschen Außenhandels liegt die tatsächlich gehandelte Warenmenge weiterhin unter dem Vorkrisenniveau. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stieg das Exportvolumen im Jahr 2025 nach drei Jahren rückläufiger Entwicklung erstmals wieder um 1,3 Prozent. Das Importvolumen legte nach zwei Jahren mit Rückgängen um 1,6 Prozent zu.

Von einer Rückkehr zum Niveau vor der Corona-Pandemie und den Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine kann jedoch keine Rede sein. Die exportierte Warenmenge lag 2025 noch 6,3 Prozent unter dem Wert des Jahres 2019, die importierte Warenmenge 4,2 Prozent darunter.

Auch im laufenden Jahr setzte sich die Erholung fort. Im April 2026 wurden mengenmäßig 4,8 Prozent mehr Waren exportiert und 2,8 Prozent mehr Waren importiert als im Vorjahresmonat. Nominal, also einschließlich der Preisentwicklung, stiegen die Ausfuhren um 3,7 Prozent und die Einfuhren um 6,3 Prozent.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung beim Vergleich von Warenmengen und Warenwerten. Während das Handelsvolumen seit 2019 gesunken ist, liegen die durchschnittlichen Werte der gehandelten Waren weiterhin deutlich über dem Niveau vor den Krisenjahren. Nach den Rekordwerten des Jahres 2022 stabilisierten sich die Durchschnittswerte auf hohem Niveau. Im Jahr 2025 lagen sie bei Exporten um 16,0 Prozent und bei Importen um 15,8 Prozent über dem Basisjahr 2021.

Dies führt dazu, dass die nominalen Außenhandelswerte trotz geringerer Warenmengen deutlich höher ausfallen als vor der Pandemie. Die deutschen Exporte übertrafen 2025 den Wert des Jahres 2019 nominal um 17,8 Prozent, die Importe lagen sogar 23,3 Prozent darüber.

Die Zahlen verdeutlichen damit eine strukturelle Entwicklung des deutschen Außenhandels: Der Warenverkehr hat sich mengenmäßig noch nicht vollständig von den Krisenjahren erholt, während höhere Durchschnittspreise dafür sorgen, dass die Außenhandelswerte weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau liegen.

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