ifo-Studie: KI ersetzt aus Sicht vieler Unternehmen teilweise Qualifikation und Erfahrung

München, 12. Juni 2026 (JPD) Künstliche Intelligenz verändert nach Einschätzung vieler Unternehmen die Anforderungen an Qualifikation und Berufserfahrung. Nach einer Untersuchung des ifo Instituts halten knapp 20 Prozent der Unternehmen, die bereits KI einsetzen, es für leicht oder sehr leicht möglich, Beschäftigte mit Fach- oder Hochschulabschluss durch weniger qualifizierte Arbeitskräfte zu ersetzen, sofern diese von KI unterstützt werden. Rund 15 Prozent sehen zudem die Möglichkeit, erfahrene Beschäftigte durch unerfahrene, aber KI-gestützte Arbeitskräfte auszutauschen. Nach Angaben des Instituts nutzen derzeit 54,5 Prozent der Unternehmen KI in ihren Geschäftsprozessen.

Besonders ausgeprägt ist diese Einschätzung im Handel. Dort halten 28,6 Prozent der Unternehmen eine Ersetzung formaler Bildungsabschlüsse durch KI-unterstützte Arbeitskräfte für leicht oder sehr leicht möglich. Es folgen Dienstleister mit 19,7 Prozent, das Verarbeitende Gewerbe mit 14,6 Prozent und das Bauhauptgewerbe mit 9,3 Prozent. Die Ergebnisse unterscheiden sich nach Angaben des ifo Instituts kaum nach Unternehmensgröße.

Berufserfahrung gilt weiterhin als schwerer ersetzbar

Auch bei der Berufserfahrung sehen Unternehmen einen Einfluss von KI, allerdings in geringerem Umfang. Im Handel halten 22,9 Prozent der Unternehmen den Austausch erfahrener Beschäftigter durch unerfahrene, KI-nutzende Arbeitskräfte für leicht oder sehr leicht möglich. Bei Dienstleistern liegt dieser Anteil bei 14,5 Prozent, im Verarbeitenden Gewerbe bei 12,6 Prozent und im Bauhauptgewerbe bei 7,7 Prozent.

Gleichzeitig bewertet die Mehrheit der KI-anwendenden Unternehmen solche Ersetzungen weiterhin skeptisch. 55,4 Prozent halten es für schwer oder gar nicht möglich, Beschäftigte mit Fach- oder Hochschulabschluss durch weniger qualifizierte, KI-gestützte Arbeitskräfte zu ersetzen. Beim Ersatz erfahrener Beschäftigter durch unerfahrene Arbeitskräfte steigt dieser Anteil auf 62,7 Prozent.

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