
München, 2. Juni 2026 (PM) – Industrieunternehmen haben immer mehr Probleme, sich mit Vorprodukten zu versorgen. Im Mai berichteten 15,9 Prozent der Industrieunternehmen von Engpässen. Im April lag der Anteil noch bei 13,8 Prozent. „Die Lieferketten bleiben angespannt“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Vor allem Branchen mit hohem Bedarf an öl- und energieintensiven Vorprodukten spüren die Folgen der geopolitischen Spannungen.“
Stark betroffen ist die Chemische Industrie. Dort berichteten 31,2 Prozent der Unternehmen von Materialmangel. Auch bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren bleibt die Lage schwierig: Der Anteil stieg auf 23,7 Prozent. In der Elektroindustrie meldet rund jedes vierte Unternehmen Probleme bei der Materialversorgung. In der Automobilindustrie liegt der Anteil mit 10,0 Prozent vergleichsweise niedrig. „Verglichen mit dem langfristigen Durchschnitt vor 2020, der industrieweit bei etwa fünf Prozent liegt, sind diese Zahlen beunruhigend hoch“, sagt Wohlrabe. „Es ist durchaus möglich, dass mehrere Unternehmen infolge der Engpässe die Produktion senken müssen.“
Die konsumnahen Branchen bleiben von der Mangellage weitgehend verschont. In der Getränkeindustrie wurden keine Engpässe gemeldet. Bei den Nahrungsmittelherstellern lag der Anteil bei 6,9 Prozent.






