Handwerksumsatz stagniert – Gesundheits- und Kfz-Gewerbe legen zu

Wiesbaden, 23. April 2026 (JPD) Die rund 564.000 Handwerksunternehmen in Deutschland haben im Jahr 2024 einen Umsatz von 762 Milliarden Euro erzielt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank der Gesamtumsatz damit um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die Zahl der Betriebe um 0,7 Prozent zurückging. Im Jahresdurchschnitt waren etwa 6,0 Millionen Personen im Handwerk tätig, darunter 4,1 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie 1,3 Millionen geringfügig Beschäftigte.

Auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung nach Unternehmensgröße. Große Handwerksunternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten steigerten ihren Umsatz um 3,4 Prozent. Dagegen verzeichneten Kleinstbetriebe mit weniger als fünf Beschäftigten einen deutlichen Rückgang um 15,1 Prozent.

Umsatzentwicklung im Handwerk 2024 stark differenziert

Innerhalb des Handwerks kommt dem Baugewerbe weiterhin eine zentrale Rolle zu. Dort waren 65,2 Prozent aller Unternehmen dem Handwerk zuzuordnen. Das Ausbaugewerbe stellte mit rund 213.000 Betrieben die größte Gewerbegruppe und erwirtschaftete mit etwa 1,6 Millionen tätigen Personen einen Umsatz von 213 Milliarden Euro. Allerdings gingen sowohl die Zahl der Unternehmen um 2,1 Prozent als auch der Umsatz um 3,2 Prozent zurück.

Auch zwischen den Gewerbegruppen zeigen sich deutliche Unterschiede. Das Gesundheitsgewerbe verzeichnete mit einem Plus von 4,1 Prozent den stärksten Umsatzanstieg. Ebenfalls zulegen konnte das Kraftfahrzeuggewerbe mit 3,3 Prozent, während das Lebensmittelgewerbe lediglich ein leichtes Wachstum von 0,6 Prozent erreichte. Rückgänge wurden neben dem Ausbaugewerbe auch im Handwerk für den gewerblichen Bedarf mit minus 2,0 Prozent sowie im Bauhauptgewerbe mit minus 1,2 Prozent registriert.

Der Anteil des Handwerks am Gesamtumsatz der deutschen Wirtschaft stieg im Jahr 2024 auf 7,8 Prozent und lag damit um 0,2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Zugleich waren 12,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Handwerk tätig, während der Anteil der Handwerksbetriebe an allen Unternehmen 15,9 Prozent betrug.

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