Angriff auf jüdischen Studenten: Landgericht Berlin verneint antisemitisches Motiv

Berlin, 13. April 2026 (JPD) Das Landgericht Berlin hat im Berufungsverfahren den Schuldspruch wegen gefährlicher Körperverletzung im Zusammenhang mit einem Angriff auf einen Studenten bestätigt. Die Berufungskammer verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Ein antisemitisches Tatmotiv stellte das Gericht nach der Beweisaufnahme nicht fest.

Landgericht Berlin verhängt Freiheitsstrafe nach Angriff auf Studenten in Berlin-Mitte

Der Angeklagte hatte die Tat im ersten Rechtszug eingeräumt, ein antisemitisches Motiv jedoch bestritten. Das Amtsgericht Tiergarten hatte ihn im April 2025 zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und dabei von einer entsprechenden Motivation ausgegangen. Nach den nunmehr getroffenen Feststellungen trafen sich Angeklagter und Geschädigter im Februar 2024 zufällig vor einer Bar in Berlin-Mitte, nachdem es zuvor zu einem Streitgespräch gekommen war.

Nach den Feststellungen der Berufungskammer ließ sich eine antisemitische Motivation nicht nachweisen. Weder hätten sich Anhaltspunkte für entsprechende Äußerungen vor der Tat ergeben noch habe sich eine entsprechende Gesinnung belegen lassen. Der Inhalt des vorausgegangenen Gesprächs habe nicht sicher rekonstruiert werden können.

Im Anschluss an die verbale Auseinandersetzung schlug der kampfsporterfahrene Angeklagte dem Geschädigten mit der Faust ins Gesicht und trat ihn, als dieser am Boden lag. Der Geschädigte erlitt erhebliche Verletzungen, darunter mehrere Knochenbrüche im Gesicht sowie eine Hirnblutung. Diese Folgen waren für die Strafzumessung maßgeblich. Eine Bewährungsstrafe komme angesichts der Schwere der Tat nicht in Betracht, so die Kammer.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und elf Monaten beantragt, die Verteidigung eine Aussetzung zur Bewährung. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig und kann innerhalb einer Woche mit der Revision zum Kammergericht angefochten werden.

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