Sachsen-Anhalt: Staatsanwaltschaften verzeichnen 2025 weniger neue Verfahren

Naumburg (Saale), 6. März 2026 (JPD) Die Staatsanwaltschaften in Sachsen-Anhalt haben im Jahr 2025 weniger neue Verfahren registriert als im Vorjahr. Nach der Jahresbilanz der Generalstaatsanwaltschaft gingen landesweit 259.492 Verfahren ein, 2,9 Prozent weniger als 2024 mit 267.144 Fällen. In den Jahren zuvor waren die Eingangszahlen noch kontinuierlich gestiegen.

Der Anteil der Ermittlungsverfahren gegen bekannte Tatverdächtige übertraf erneut den der Verfahren gegen unbekannte Täter. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 58,0 Prozent nach 56,9 Prozent im Jahr zuvor.

Zügige Verfahrensbearbeitung trotz weniger Personal

Die Ermittlungsverfahren wurden im Durchschnitt wie im Vorjahr innerhalb von 1,8 Monaten abgeschlossen. Pro Dezernent wurden rund 757 Verfahren gegen bekannte Beschuldigte erledigt, ein Anstieg gegenüber 743 Fällen im Jahr 2024. Insgesamt erhoben die Staatsanwaltschaften 2025 in 9.889 Fällen Anklage, 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem beantragten sie gegen 13.103 Beschuldigte den Erlass eines Strafbefehls, ein Plus von 1,5 Prozent.

Die Zahl der offenen Verfahren stieg um 5,0 Prozent auf 24.407 Fälle. Damit entspricht der Bestand weiterhin etwa zwei Monatseingängen. Zugleich verringerte sich der Personalbestand im Dezernentenbereich um 4,4 Prozent von 249 auf 238 Staats- und Amtsanwälte.

Mehr Ermittlungen wegen Wohnungseinbruch und rechtsextremer Straftaten

In mehreren Deliktsbereichen gingen die Verfahrenszahlen zurück, darunter bei Betäubungsmittel- und Wirtschaftskriminalität sowie bei Delikten im Zusammenhang mit Kinderpornografie und Umweltstraftaten. Zunahmen verzeichneten die Behörden dagegen beim Wohnungseinbruchdiebstahl und bei rechtsextremistisch motivierten Straftaten.

Die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen Wohnungseinbruchdiebstahls stieg von 1.835 Fällen im Jahr 2024 auf 2.105 im Jahr 2025, ein Anstieg um 14,7 Prozent. Auch rechtsextremistische Straftaten nahmen zu: Die Verfahren erhöhten sich von 2.568 auf 2.783 Fälle und damit um 8,4 Prozent.

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