
München, 30. Juni 2026 (JPD). Weniger Unternehmen in Deutschland wollen ihre Preise erhöhen. Die Preiserwartungen des ifo Instituts sanken im Juni auf 26,4 Punkte, nach saisonbereinigt korrigierten 30,0 Punkten im Mai. Damit hat der Preisdruck in der Wirtschaft nachgelassen, bleibt aber weiterhin spürbar.
ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser verwies auf sinkende Energiepreise und Hoffnungen auf Frieden im Nahen Osten. Beides habe offenbar dazu beigetragen, dass die Unternehmen die wirtschaftliche Lage wieder etwas zuversichtlicher einschätzten. Zugleich geht das Institut aber davon aus, dass Produzenten- und Verbraucherpreise in den kommenden Monaten weiter steigen dürften.
Trotz des Rückgangs liegen die Preiserwartungen weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025. Dieser lag nach ifo-Angaben bei 18,3 Punkten. Seit März bewegen sich die Erwartungen damit auf einem erhöhten Niveau.
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei energieintensiven Unternehmen aus. Dort sank der Indikator von 41,2 auf 30,2 Punkte. Auch bei nicht energieintensiven Unternehmen ließ der Preisdruck nach: Der Wert ging von 30,3 auf 27,1 Punkte zurück.
In den Dienstleistungs- und Handelssektoren sanken die Preiserwartungen ebenfalls. Bei den Dienstleistern ging der Indikator von saisonbereinigt korrigierten 25,0 auf 21,4 Punkte zurück. Im Handel fiel er von korrigierten 48,7 auf 42,2 Punkte. Auch im Verarbeitenden Gewerbe sank der Wert, und zwar von 31,6 auf 28,5 Punkte.
Deutlich seltener planen nach ifo-Angaben die Hersteller von Lebensmitteln mit steigenden Preisen. Ihr Indikator sank von 19,6 auf 12,7 Punkte. Im Lebensmitteleinzelhandel schwächte sich der Preisdruck zwar ebenfalls ab, blieb mit 48,5 Punkten nach 55,3 Punkten im Mai aber weiterhin hoch.






