Mietwohnungen in Großstädten werden deutlich knapper

Köln, 20. Juli 2026 (JPD). Das Angebot an Mietwohnungen ist seit Anfang 2022 bundesweit um knapp zwölf Prozent zurückgegangen. In Hamburg sank die Zahl der Inserate nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft um 57 Prozent, in Frankfurt am Main um 43 Prozent und in Leipzig um 40 Prozent.

Eine Ausnahme bildet Berlin mit einem Zuwachs von 43 Prozent. Das Institut führt dies auf das zuvor stark gesunkene Angebot während des inzwischen aufgehobenen Mietendeckels zurück.

Mieten steigen schneller als Kaufpreise

Die Angebotsmieten erhöhten sich im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr bundesweit um vier Prozent. Besonders stark war der Anstieg in Köln mit 7,9 Prozent, gefolgt von Hamburg mit 5,5 Prozent und Leipzig mit 5,4 Prozent.

Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen dagegen jeweils nur um 0,8 Prozent.

Auf dem Kaufmarkt nahm die Zahl der Angebote seit Anfang 2022 deutlich zu. Inseriert wurden nahezu doppelt so viele Eigentumswohnungen und rund 140 Prozent mehr Ein- und Zweifamilienhäuser. Als Ursache nennt das IW höhere Finanzierungskosten und längere Vermarktungszeiten.

Weniger Umzüge blockieren den Markt

Hohe Neuvertragsmieten führten nach Einschätzung des Instituts dazu, dass Haushalte länger in bestehenden Wohnungen blieben. Dadurch würden weniger Wohnungen frei und vorhandener Wohnraum teilweise nicht passend zur jeweiligen Lebenssituation genutzt.

IW-Immobilienökonom Pekka Sagner warnte, strengere Mietregeln könnten die geringe Umzugsmobilität weiter verstärken und das Angebot zusätzlich verknappen.

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