
Halle (Saale), 9. Juni 2026 (JPD) Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland ist im Mai 2026 deutlich gesunken. Nach dem vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) veröffentlichten Insolvenztrend wurden 1.518 Insolvenzen registriert. Das waren 15 Prozent weniger als im April, jedoch 3 Prozent mehr als im Mai 2025. Gegenüber dem Durchschnitt der Mai-Monate vor der Corona-Pandemie in den Jahren 2016 bis 2019 liegt die Zahl um 57 Prozent höher.
Als mögliche Ursache für den Rückgang nennt das IWH die außergewöhnlich geringe Zahl an Arbeitstagen im Mai. Bezogen auf die Arbeitstage sei die Zahl der Insolvenzen nach dem Vormonat die zweithöchste seit Beginn der Erhebungen im Insolvenztrend.
Rekordwert bei Insolvenzen im Bereich Verkehr und Lagerei
Entgegen der allgemeinen Entwicklung verzeichnete die Branche Verkehr und Lagerei die höchste Zahl an Insolvenzen seit Beginn der IWH-Auswertung im Jahr 2020. Als naheliegende Ursache nennt das Institut die gestiegenen Kraftstoffpreise, die insbesondere Transportunternehmen belasteten.
In den größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen waren im Mai mehr als 11.000 Arbeitsplätze betroffen. Damit lag die Zahl der betroffenen Beschäftigten 43 Prozent unter dem April-Wert und 22 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 fiel sie jedoch um 73 Prozent höher aus. Nach Angaben des IWH blieb der Rückgang vor allem deshalb begrenzt, weil besonders große Unternehmensinsolvenzen im Mai ausblieben.
IWH erwartet weiterhin hohe Insolvenzzahlen
Auf Grundlage seiner Frühindikatoren rechnet das Institut auch für die kommenden Monate mit einem erhöhten Insolvenzgeschehen. Der Leiter der IWH-Insolvenzforschung, Steffen Müller, erwartet, dass die Insolvenzzahlen im Juni auf einem ähnlich hohen Niveau verharren werden.
Der IWH-Insolvenztrend wertet monatlich Insolvenzbekanntmachungen deutscher Registergerichte aus und gilt als Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung. Die erfassten Personen- und Kapitalgesellschaften stehen nach Angaben des Instituts für den überwiegenden Teil der von Unternehmensinsolvenzen betroffenen Arbeitsplätze und Forderungen.





