Importpreise steigen im Juni um 6,1 Prozent

Wiesbaden, 29. Juli 2026 (JPD). Die Importpreise in Deutschland sind im Juni 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,1 Prozent gestiegen. Gegenüber Mai 2026 gingen die Einfuhrpreise dagegen um 0,7 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Im Mai hatte die Jahresteuerungsrate bei 6,8 Prozent und im April bei 5,3 Prozent gelegen. Die Exportpreise stiegen im Juni binnen Jahresfrist um 3,5 Prozent. Dies war der stärkste Anstieg seit Februar 2023. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sie sich geringfügig um 0,1 Prozent.

Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Importpreise hatten erneut Vorleistungsgüter und Energie. Vorleistungsgüter waren 10,3 Prozent teurer als im Juni 2025. Die Preise für importierte Energie lagen sogar 23,9 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Nach Angaben der Statistiker wirkten sich dabei weiterhin die Folgen des Iran-Kriegs und der Spannungen im Nahen Osten aus. Besonders stark verteuerten sich im Vorjahresvergleich elektrischer Strom mit einem Plus von 70,8 Prozent, Mineralölerzeugnisse mit 36,0 Prozent und Erdöl mit 32,1 Prozent. Erdgas kostete 8,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Gegenüber Mai gingen die Energiepreise allerdings um 6,6 Prozent zurück. Erdöl verbilligte sich binnen Monatsfrist um 12,6 Prozent, Mineralölerzeugnisse um 9,9 Prozent. Elektrischer Strom wurde dagegen um 12,7 Prozent teurer.

Bei den Vorleistungsgütern stiegen insbesondere die Preise für Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug. Sie lagen 27,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Edelmetalle verteuerten sich um 34,5 Prozent, Kupfer und Kupferhalbzeug um 30,3 Prozent. Auch Düngemittel und Stickstoffverbindungen sowie Kunststoffe in Primärformen waren deutlich teurer.

Ohne Energie lagen die Importpreise 4,3 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats. Importierte Investitionsgüter verteuerten sich um 2,9 Prozent.

Günstiger als vor einem Jahr waren dagegen landwirtschaftliche Güter und Konsumgüter. Die Preise für importierte Agrargüter sanken im Durchschnitt um 6,5 Prozent. Rohkakao verbilligte sich um 42,4 Prozent, lebende Schweine um 32,1 Prozent und Rohkaffee um 7,2 Prozent.

Importierte Konsumgüter waren 0,8 Prozent günstiger als im Juni 2025. Für Nahrungsmittel musste im Durchschnitt 6,4 Prozent weniger gezahlt werden. Deutliche Preisrückgänge gab es unter anderem bei Kakaobutter, Schweinefleisch sowie Frucht- und Gemüsesäften.

Auch bei den Exportpreisen waren die Auswirkungen des Iran-Kriegs spürbar. Energieexporte verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 26,7 Prozent. Die Preise für ausgeführte Mineralölerzeugnisse stiegen um 32,1 Prozent, für Flugturbinentreibstoff aus Kerosin sogar um 46,1 Prozent.

Exportierte Vorleistungsgüter waren 6,0 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Investitionsgüter verteuerten sich um 1,9 Prozent. Dagegen gingen die Preise für ausgeführte Nahrungsmittel um 5,9 Prozent zurück.

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