
München, 15. September 2026. Die Stimmung im deutschen Einzelhandel bleibt gedämpft. Das ifo Geschäftsklima für die Branche lag im August bei minus 29,0 Punkten und damit nahezu unverändert gegenüber dem Vormonat. Die seit Mai beobachtete Erholung ist damit zunächst unterbrochen.
Nach Angaben des ifo Instituts bewerteten die Einzelhändler ihre aktuelle Geschäftslage schlechter als im Juli. Die Erwartungen für die kommenden Monate verbesserten sich zwar etwas, blieben jedoch insgesamt pessimistisch.
„Viele Händler profitieren bislang kaum von der konjunkturellen Erholung der Gesamtwirtschaft“, erklärte ifo-Branchenexperte Patrick Höppner. Nach der aktuellen ifo Konjunkturprognose soll die deutsche Wirtschaftsleistung 2026 um 1,4 Prozent wachsen. Die preisbereinigten privaten Konsumausgaben sollen dagegen lediglich um 0,4 Prozent steigen.
Als Belastungsfaktor nennt das Institut insbesondere die gestiegenen Energiepreise. Diese erhöhten die Inflation und schwächten damit Kaufkraft und Verbraucherstimmung. Trotz der Verbesserung des Geschäftsklimas in den vergangenen Monaten befinde sich der Indikator im Vergleich der vergangenen drei Jahre weiterhin auf niedrigem Niveau.
Bei der Preisentwicklung zeigen sich die Händler etwas zurückhaltender. Im August planten weniger Unternehmen als noch im Juli, ihre Preise in den kommenden Monaten anzuheben. Die Mehrheit rechnete mit weitgehend stabilen Preisen.
Mehrere für den Einzelhandel wichtige Produktgruppen verteuerten sich zuletzt deutlich schwächer als die Verbraucherpreise insgesamt. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke waren im August 2026 nach Angaben des Statistischen Bundesamts 0,1 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, Bekleidung und Schuhe 0,4 Prozent. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im selben Zeitraum um 2,9 Prozent.





