Deutsche Unternehmen fahren USA-Investitionen um 65 Prozent zurück

Köln, 17. August 2026 (JPD). Deutsche Unternehmen haben ihre Investitionen in den USA im ersten Halbjahr 2026 deutlich zurückgefahren. Die Direktinvestitionsflüsse beliefen sich auf rund 4,3 Milliarden Euro und lagen damit 65 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Das zeigen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) auf Grundlage von Daten der Deutschen Bundesbank.

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 fällt der Rückgang noch deutlicher aus. Damals, vor dem Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump im Januar 2025, investierten deutsche Unternehmen nach den IW-Berechnungen fast fünfmal so viel. Gegenüber diesem Zeitraum beträgt das Minus knapp 80 Prozent.

Auch im längerfristigen Vergleich liegt das Investitionsvolumen auf einem niedrigen Niveau. In den fünf Jahren vor der Corona-Pandemie investierten deutsche Unternehmen im ersten Halbjahr durchschnittlich 15,8 Milliarden Euro in den USA. Das war fast viermal so viel wie im ersten Halbjahr 2026.

Das IW weist allerdings darauf hin, dass Direktinvestitionsflüsse starken Schwankungen unterliegen und durch einzelne große Transaktionen beeinflusst werden können. Zudem würden die aktuellen Bundesbank-Daten häufig nachträglich revidiert. Die Entwicklung müsse deshalb mit entsprechender Vorsicht interpretiert werden.

Nach Einschätzung des Instituts sprechen jedoch auch Unternehmensumfragen für eine zurückhaltendere Investitionsbereitschaft. So habe sich die Investitionsneigung deutscher Unternehmen in den Vereinigten Staaten zuletzt zwar etwas verbessert, bleibe aber unterdurchschnittlich.

Auffällig ist nach Angaben des IW zudem die Zusammensetzung der Direktinvestitionen im Jahr 2025. Direktinvestitionskredite und reinvestierte Gewinne lagen demnach auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Das Beteiligungskapital im engeren Sinne – also der Saldo aus Neuanlagen und Liquidationen – fiel dagegen unterdurchschnittlich aus.

Bereits in den USA tätige deutsche Unternehmen ließen ihre dort erwirtschafteten Gewinne damit weiterhin zu einem erheblichen Teil im Land. Bei neuen Kapitalanlagen zeigten sie sich dagegen zurückhaltender.

Das IW wertet diese Entwicklung als Hinweis darauf, dass die USA für bereits dort aktive Unternehmen weiterhin ein attraktiver Markt sind. Zugleich könnten wirtschaftspolitische Unsicherheiten Investitionsentscheidungen über neue Engagements verzögern oder verhindern.

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