Jeder Zehnte Opfer von Cyberkriminalität – neue Studie zeigt Schutzlücken

Stuttgart/Bonn, 11. Mai 2026 (JPD) Cyberkriminalität bleibt für viele Menschen in Deutschland ein alltägliches Risiko. Nach dem Cybersicherheitsmonitor 2026 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) war in den vergangenen zwölf Monaten jede zehnte Person (11 Prozent) von einer Straftat im Internet betroffen. Am häufigsten handelt es sich um Betrug beim Onlineshopping.

Die repräsentative Befragung zeigt zugleich deutliche Defizite beim Schutzverhalten. Nur 14 Prozent der Befragten informieren sich regelmäßig über Cybersicherheit, während 40 Prozent erst im konkreten Problemfall aktiv werden. Als bekannteste Schutzmaßnahmen gelten starke Passwörter und Antivirenprogramme, die jeweils etwas mehr als der Hälfte der Befragten bekannt sind.

Schutzverhalten bleibt hinter Cyberrisiken zurück

Die Folgen von Cyberkriminalität sind nach Angaben der Studie erheblich. 88 Prozent der Betroffenen berichten von einem Schaden, ein Drittel von finanziellen Verlusten. Neben Betrug im Onlinehandel und Onlinebanking zählen auch Phishing sowie der unbefugte Zugriff auf Onlinekonten zu den häufig genannten Delikten.

BSI und ProPK sehen daher weiterhin erheblichen Bedarf an Aufklärung und Prävention. BSI-Präsidentin Claudia Plattner betonte, Cybersicherheit müsse im Alltag einfacher und verständlicher werden. Zugleich verwies sie auf die Verantwortung von Herstellern und Anbietern, sichere digitale Produkte als Standard bereitzustellen. ProPK-Vorsitzende Stefanie Hinz hob hervor, dass Aufklärung über Täterstrategien und konsequente Strafverfolgung zentrale Elemente der Bekämpfung von Cyberkriminalität seien.

Im Rahmen ihrer Kooperation haben die Behörden ihr Informationsangebot erweitert. Dazu zählen neue Checklisten für den Ernstfall bei Betrug im Onlineshopping und Identitätsdiebstahl, die Verbrauchern Orientierung bieten sollen.

Der Cybersicherheitsmonitor basiert auf einer bundesweiten Befragung von 3.060 Personen ab 16 Jahren, die im Januar 2026 durchgeführt und nach soziodemografischen Merkmalen gewichtet wurde.

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