Datenschutzaufsicht 2025: BfDI meldet deutlichen Anstieg von Beschwerden und Kontrollen

Bonn/Berlin, 6. Mai 2026 (JPD) Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit hat ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2025 vorgelegt und einen deutlichen Anstieg von Beschwerden und Anfragen registriert. Insgesamt gingen 11.824 Eingaben ein, rund 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Beschwerden hat sich innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt, was auf eine stärkere Inanspruchnahme datenschutzrechtlicher Ansprüche hindeutet.

Neben der Beratung sieht die Behörde ihre Aufgabe in der Kontrolle und der Schaffung von Rechtsklarheit, insbesondere bei neuen Technologien. Im Berichtsjahr führte sie 80 Vor-Ort-Kontrollen und 40 schriftliche Prüfungen durch und ergriff 129 aufsichtsrechtliche Maßnahmen. In einem Verfahren gegen die Vodafone GmbH verhängte die Aufsicht Geldbußen von insgesamt 45 Millionen Euro wegen Mängeln bei der Kontrolle von Partneragenturen und bei Authentifizierungsprozessen.

Datenschutzaufsicht zwischen KI, Sicherheitsrecht und Gesundheitsdaten

Ein Schwerpunkt lag auf der datenschutzkonformen Nutzung Künstlicher Intelligenz in der Bundesverwaltung. Mit neuen Formaten wie einer Datenschutz-Sandbox und strategischen Analysen will die Behörde frühzeitig Orientierung geben und regulatorische Unsicherheiten reduzieren. Gleichzeitig begleitete sie Digitalprojekte der Bundesregierung, darunter die EUDI-Wallet und Anwendungen zur Verwaltungsdigitalisierung, und betonte die Bedeutung datensparsamer Verfahren.

Im Gesundheitsbereich sieht die Aufsicht Potenzial in der elektronischen Patientenakte, verweist jedoch auf Informationsdefizite bei Versicherten. Zugleich äußert sie Bedenken gegenüber sicherheitspolitischen Vorhaben wie der Ausweitung von Ermittlungsbefugnissen und der geplanten Neuordnung der Aufsicht über Nachrichtendienste. Eine Verlagerung der Datenschutzkontrolle auf den Unabhängigen Kontrollrat lehnt die Behörde ab und plädiert stattdessen für klar geregelte Zusammenarbeit. Auch die Informationsfreiheit bleibt ein zentrales Thema, das nach Auffassung der BfDI im digitalen Umfeld weiterentwickelt werden muss.

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