Justizminister Martin besucht Oberlandesgericht Koblenz

Koblenz, 26. Juni 2026 (JPD). Rheinland-Pfalz’ Justizminister Dr. Helmut Martin hat bei seinem Antrittsbesuch am Oberlandesgericht Koblenz die Modernisierung der Justiz und den Einsatz Künstlicher Intelligenz in den Mittelpunkt gestellt. Bei dem Gespräch mit dem Präsidenten des Oberlandesgerichts Thomas Henrichs, Vizepräsident Thomas Grünewald, der Geschäftsleitung sowie Vertretern aus Richterschaft und Personal ging es unter anderem um Personalfragen, die Gebäudesituation und die fortschreitende Digitalisierung.

Martin bezeichnete das Oberlandesgericht Koblenz als leistungsfähigen und modernen Justizstandort. Nach der flächendeckenden Einführung der elektronischen Akte gehe die Digitalisierung weiter voran. Künstliche Intelligenz könne richterliche Entscheidungen nicht ersetzen, aber die Arbeit der Justiz etwa bei Recherche, Strukturierung komplexer Sachverhalte und Optimierung von Arbeitsabläufen unterstützen.

Besonders hob der Minister die sogenannte KI-Werkstatt hervor, in der Beschäftigte des Ministeriums gemeinsam mit Mitgliedern verschiedener Gerichtsbarkeiten und Berufsgruppen an Projekten für den Justizalltag arbeiten. An den beiden Oberlandesgerichten des Landes werde unter anderem eine vom Oberlandesgericht Koblenz betriebene Anwendung zur digitalen Strukturierung und Analyse umfangreicher Gerichtsakten erprobt.

Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs waren Staatsschutzverfahren. Das Oberlandesgericht Koblenz führt solche Verfahren zentral für Rheinland-Pfalz und das Saarland. Martin würdigte die Professionalität des Gerichts bei der Bewältigung dieser besonders aufwendigen Verfahren. Sie stellten hohe Anforderungen an Personal, Organisation und räumliche Ausstattung.

Nach Angaben des Ministers wurde dafür ein technisch moderner Gerichtssaal geschaffen. Dieser verfügt unter anderem über große Bildschirme, Dolmetscherkabinen, Akustikelemente und bauliche Schutzvorkehrungen für Zuschauer.

Das Oberlandesgericht Koblenz ist eines von zwei Oberlandesgerichten in Rheinland-Pfalz. Es ist für die Landgerichtsbezirke Koblenz, Mainz, Trier und Bad Kreuznach sowie die zugehörigen Amtsgerichte zuständig. Heute verfügt es über 16 Zivilsenate, darunter vier Senate für Familiensachen, sowie sechs Strafsenate. Am Gericht arbeiten etwa 80 Richterinnen und Richter sowie rund 130 weitere Beschäftigte.

Im Bezirk des Oberlandesgerichts Koblenz sind insgesamt rund 540 Richterinnen und Richter, etwa 500 Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger sowie mehr als 1.500 weitere Beschäftigte tätig. Hinzu kommen rund 80 Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer, etwa 100 Notarinnen und Notare sowie rund 3.300 zugelassene Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

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