
Hamburg, 26. Juni 2026 (JPD). Das Arbeitsgericht Hamburg und das Landesarbeitsgericht Hamburg werden an ihrem gemeinsamen Standort in der Osterbekstraße in Barmbek-Süd umfassend modernisiert und saniert. Die Bauarbeiten sollen in gut drei Wochen beginnen und bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Während der Sanierung wird der Verhandlungsbetrieb vorübergehend in ein nahegelegenes Ausweichgebäude in der Weidestraße verlegt.
Die Hamburgische Bürgerschaft hatte die erforderlichen Haushaltsmittel und Ermächtigungen bereits im Februar beschlossen. Nach Angaben der Justizbehörde sollen die Arbeitsgerichte ein zeitgemäßes, sicheres und energetisch saniertes Gerichtsgebäude erhalten. Zugleich ist vorgesehen, dass beide Gerichte mit der Erneuerung mindestens bis Ende 2047 an ihrem bisherigen Standort bleiben.
Justizsenatorin Anna Gallina erklärte, die Arbeiten seien Teil der umfassenden Modernisierung der Hamburger Justiz. Ziel seien mehr Kapazitäten, höhere Sicherheit, moderne Technik, zeitgemäßes Arbeiten und ein Beitrag zum Klimaschutz.
Modernisiert werden insbesondere die Sicherheitsstruktur, die Sitzungssäle, Büroflächen, Barrierefreiheit und die energetische Ausstattung des Gebäudes. Künftig soll das Gerichtsgebäude klar in öffentliche, halböffentliche und interne Bereiche gegliedert werden. Vorgesehen sind außerdem ein zentraler Empfangsbereich, gesicherte Zugänge zu Mitarbeitendenbereichen und ein modernes Leitsystem.
Die Gerichtssäle sollen neue Hard- und Software für Videoverhandlungen sowie für die Arbeit mit der elektronischen Akte erhalten. Hinzu kommen eine zentrale Lüftungsanlage, eine verbesserte Raumakustik und komfortablere Wartebereiche. Bei den Büroflächen setzt Hamburg auf Desk-Sharing und zusätzliche Kollaborationsflächen.
Auch beim Klimaschutz sind umfangreiche Maßnahmen geplant. Das Gebäude wird an das Fernwärmenetz angeschlossen, erhält energetisch erneuerte Fensterverglasung und LED-Beleuchtung. Zusätzlich sind eine Photovoltaikanlage auf den Dächern sowie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge auf dem Parkplatz vorgesehen. Für die Barrierefreiheit sollen unter anderem neue Sanitäranlagen, Leitsysteme für blinde und sehbehinderte Menschen, eine nachgerüstete Aufzugsanlage und ein barrierefreier Empfangstresen geschaffen werden.
Das Gebäude der Hamburger Arbeitsgerichtsbarkeit besteht aus einem denkmalgeschützten Altbau von 1912 und einem Erweiterungsbau von 1985. Insgesamt umfasst es rund 7.400 Quadratmeter. Nach Angaben der Justizbehörde entsprach der Standort nicht mehr den heutigen Anforderungen an Sicherheit, Klimaschutz, Barrierefreiheit und digitales Arbeiten.
Eine Prüfung hatte ergeben, dass der Verbleib in der Osterbekstraße wirtschaftlich und sachlich die beste Lösung ist. Die Stadt schloss daher im Februar 2026 einen neuen Mietvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Der Vermieter investiert rund 6,7 Millionen Euro in die Modernisierung. Die monatliche Nettokaltmiete steigt nach Abschluss der Baumaßnahmen von bisher rund 62.000 Euro auf etwa 115.000 Euro. Zusätzlich stellt Hamburg einmalig 1,5 Millionen Euro für IT, Sicherheit, Möblierung und Umzüge während der Bauphase bereit.
Die Arbeiten erfolgen in zwei Phasen, zunächst im Altbau und anschließend im Neubau. Vom 13. bis 17. Juli 2026 pausiert der Verhandlungsbetrieb zur Vorbereitung. Ab dem 20. Juli 2026 sollen die Verhandlungen für voraussichtlich sechs bis maximal neun Monate überwiegend in den Ausweichflächen in der Weidestraße stattfinden.






