
Karlsruhe, 22. Juli 2026 (JPD). Das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg hat Anklage gegen eine 61-jährige Frau aus Schweden wegen mutmaßlicher Beteiligung an organisiertem Online-Trading-Betrug erhoben. Der Angeschuldigten wird Beihilfe zum banden- und gewerbsmäßigen Betrug in fünf Fällen vorgeworfen.
Die Anklage wurde nach gemeinsamen Ermittlungen mit dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg zum Landgericht Mannheim erhoben. Die Frau befindet sich seit ihrer Auslieferung nach Deutschland im März 2026 in Untersuchungshaft.
Neun Konten für mutmaßliche Betrugsgruppe
Nach Angaben der Ermittler betrieb eine Tätergruppe professionell gestaltete Internetplattformen, auf denen angebliche Investitionen in Finanzprodukte und Derivate angeboten wurden. Registrierte Anleger seien von vermeintlichen Finanzberatern zu Einzahlungen bewegt worden. Tatsächlich seien die Gelder nicht investiert, sondern von der Gruppierung vereinnahmt worden.
Die Angeschuldigte soll die Täter zwischen 2021 und 2023 beim Aufbau von Firmenstrukturen und der Eröffnung von Konten unterstützt haben. Als formelle Geschäftsführerin oder Verfügungsberechtigte habe sie Konten eröffnet und Zugangsdaten an die Gruppe weitergegeben.
Über neun dieser Konten sollen Zahlungen von 24 Geschädigten aus mehreren Bundesländern in Höhe von insgesamt mehr als 1,17 Millionen Euro entgegengenommen und weitergeleitet worden sein. Die Beschuldigte soll für ihre Tätigkeit rund 100.000 Euro erhalten haben.
Festnahme in Schweden
Das Landeskriminalamt identifizierte die Frau im Zuge der Ermittlungen und lokalisierte sie in Helsingborg. Dort wurde sie am 19. Februar 2026 aufgrund eines Europäischen Haftbefehls festgenommen. Die schwedischen Behörden lieferten sie am 14. März 2026 nach Deutschland aus.




