
Wiesbaden, 1. Juli 2026 (JPD). Die Geburtenrate in Deutschland ist im Jahr 2025 weiter gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die zusammengefasste Geburtenziffer bei 1,32 Kindern je Frau und damit 2,7 Prozent niedriger als im Vorjahr. 2024 hatte der Wert noch 1,35 Kinder je Frau betragen.
Damit sank die Geburtenziffer seit 2022 kontinuierlich. Einen ähnlich niedrigen Wert hatte es zuletzt 2006 mit 1,33 Kindern je Frau gegeben. Noch niedriger lag die Geburtenziffer Mitte der 1990er-Jahre, als sie auf einen Tiefstwert von 1,24 Kindern je Frau fiel. Nach endgültigen Ergebnissen wurden 2025 in Deutschland 654.241 Kinder geboren. Das war der niedrigste Stand der Nachkriegszeit.
Zwischen den Bundesländern zeigten sich deutliche Unterschiede. Die höchste Geburtenhäufigkeit verzeichnete Niedersachsen mit 1,38 Kindern je Frau. Niedersachsen ist bereits seit 2018 das Bundesland mit der höchsten Geburtenziffer. Allerdings sank der Wert dort erstmals seit 16 Jahren wieder unter 1,40. Die niedrigste Geburtenziffer wurde mit 1,16 Kindern je Frau in Sachsen gemessen. Dort war der Wert zuletzt 1998 noch niedriger gewesen.
In den östlichen Flächenländern lag die Geburtenhäufigkeit mit 1,22 Kindern je Frau unter dem Wert der westlichen Bundesländer von 1,34 Kindern je Frau. Den höchsten Wert in Ostdeutschland erreichte Brandenburg mit 1,30 Kindern je Frau. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Geburtenziffer 2025 in fast allen Bundesländern. Einzige Ausnahme war Hamburg mit einem leichten Anstieg um 0,4 Prozent auf 1,24 Kinder je Frau. Den stärksten Rückgang verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern mit minus 6,3 Prozent auf 1,21 Kinder je Frau.
Auch nach Staatsangehörigkeit ging die Geburtenziffer zurück. Bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit sank sie 2025 auf 1,20 Kinder je Frau. Ein ähnlich niedriger Wert war zuletzt 1996 gemessen worden. Bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag die Geburtenziffer bei 1,78 Kindern je Frau und damit 3,3 Prozent unter dem Vorjahreswert von 1,84 Kindern je Frau. Nach Angaben von Destatis geht die Geburtenhäufigkeit ausländischer Frauen seit 2017 mit Ausnahme des Jahres 2021 kontinuierlich zurück.
Für den Frauenjahrgang 1976 lässt sich inzwischen die endgültige Kinderzahl bestimmen. Frauen dieses Jahrgangs, die 2025 nach statistischer Definition das Ende des gebärfähigen Alters erreicht hatten, brachten im Durchschnitt 1,58 Kinder zur Welt. Bei Frauen der 1960er-Jahrgänge war die endgültige Kinderzahl zunächst kontinuierlich gesunken und hatte beim Jahrgang 1968 mit 1,49 Kindern je Frau ihren historischen Tiefstand erreicht. Für Frauen der Jahrgänge ab Mitte der 1970er- bis Anfang der 1980er-Jahre liegt die endgültige Kinderzahl dagegen bei etwa 1,6 Kindern je Frau.
Das Durchschnittsalter der Eltern bei Geburt eines Kindes stieg 2025 leicht an. Mütter waren im Durchschnitt 31,9 Jahre alt, Väter 34,8 Jahre. Gegenüber 1991 erhöhte sich das Durchschnittsalter damit bei Müttern um 4,0 Jahre und bei Vätern um 3,8 Jahre. Beim ersten Kind lag das Durchschnittsalter der Mütter 2025 bei 30,5 Jahren, das der Väter bei 33,3 Jahren. Der Altersabstand zwischen Eltern beim ersten Kind verringerte sich in den vergangenen zehn Jahren von 3,2 auf 2,8 Jahre.
Die Zahl der Totgeburten lag 2025 bei 2.857 und damit nur geringfügig unter dem Vorjahreswert von 2.900. Die Totgeburtenquote blieb mit 4,3 Totgeborenen je 1.000 lebend und tot geborenen Kindern seit drei Jahren nahezu unverändert. Bei ausländischen Frauen lag sie mit 4,9 höher als bei deutschen Frauen mit 4,1.
Im europäischen Vergleich beziehen sich die aktuellsten Eurostat-Daten auf das Jahr 2024. Danach lag die zusammengefasste Geburtenziffer in der Europäischen Union bei 1,34 Kindern je Frau. Deutschland lag mit 1,35 Kindern je Frau im europäischen Mittelfeld. Die höchste Geburtenziffer verzeichnete Bulgarien mit 1,72 Kindern je Frau, die niedrigste Malta mit 1,01 Kindern je Frau.






