Ermittler zerschlagen weltweite Phishing-Plattform „Kratos“

Wiesbaden, 20. Juli 2026 (JPD). Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt haben gemeinsam mit US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden den Phishing-Dienst „Kratos“ zerschlagen. Nach Angaben der Ermittler wurde die zentrale Infrastruktur vollständig außer Betrieb gesetzt.

„Kratos“ stellte Cyberkriminellen einen digitalen Baukasten zur Verfügung, mit dem sich gefälschte Microsoft-Anmeldeseiten erstellen und verwalten ließen. Damit wurden neben Passwörtern und E-Mail-Adressen auch Cookies abgegriffen, wodurch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung umgangen werden konnte.

Mehr als 1.800 Nutzer des Dienstes

Das Phishing-Kit wurde über ein Lizenzmodell gegen Kryptowährungen vermietet. Mehr als 1.800 kriminelle Nutzer sollen damit monatlich rund 15.000 Phishing-Kampagnen durchgeführt haben. Seit 2024 soll die Gruppierung mehr als 300.000 Euro erwirtschaftet haben.

Die Zahl der Betroffenen seit Ende 2024 liegt den Angaben zufolge im sechsstelligen Bereich. Die Opfer stammten aus mehr als 30 Staaten, insbesondere aus Europa und den Vereinigten Staaten.

Administrator in Indonesien festgenommen

Bei den Maßnahmen wurden mehr als 200 Server abgeschaltet. Der mutmaßliche Entwickler und technische Administrator wurde von den indonesischen Behörden festgenommen.

In Deutschland wird unter anderem wegen des gewerbsmäßigen Betreibens einer kriminellen Handelsplattform im Internet, Fälschung beweiserheblicher Daten und Vorbereitung des Computerbetrugs ermittelt.

Markiert:
Cookie Consent mit Real Cookie Banner