1.233 Verkehrstote im ersten Halbjahr 2026 – E-Scooter mit gegenläufigem Trend

Wiesbaden, 24.09.2026 (JPD) – Im ersten Halbjahr 2026 sind in Deutschland 1.233 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das waren neun Prozent oder 122 Todesopfer weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der Verletzten sank um 4,2 Prozent auf rund 172.000. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag auf Grundlage vorläufiger Ergebnisse mit.

Insgesamt registrierte die Polizei in den ersten sechs Monaten des Jahres rund 1,26 Millionen Verkehrsunfälle. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 entspricht dies einem Anstieg um 2,6 Prozent. Bei 1,12 Millionen Unfällen blieb es bei Sachschäden. Ihre Zahl nahm um 3,4 Prozent zu.

Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden ging dagegen um 3,5 Prozent auf gut 138.000 zurück.

Mehr Verkehrstote auf E-Scootern

Bei nahezu allen erfassten Verkehrsmitteln sank die Zahl der Todesopfer. Eine Ausnahme bildeten E-Scooter. Auf ihnen kamen im ersten Halbjahr 28 Menschen ums Leben und damit 13 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Zahl der getöteten Pkw-Insassen ging um 20 auf 531 zurück. Bei Nutzerinnen und Nutzern amtlich zugelassener Krafträder sank die Zahl um 32 auf 216. Zudem kamen 150 Fußgängerinnen und Fußgänger ums Leben, 44 weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der getöteten Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer verringerte sich um 22 auf 211.

Bezogen auf die Bevölkerungszahl starben deutschlandweit durchschnittlich 15 Menschen je eine Million Einwohner im Straßenverkehr. Unter den Flächenländern lag der Wert in Mecklenburg-Vorpommern mit 22 am höchsten, gefolgt von Niedersachsen mit 21 sowie Thüringen und Brandenburg mit jeweils 19.

Die niedrigsten Werte unter den Flächenländern verzeichneten Nordrhein-Westfalen mit zwölf sowie Schleswig-Holstein und Hessen mit jeweils 13 Verkehrstoten je eine Million Einwohner. In Berlin lag der Wert bei fünf, in Hamburg bei sieben.

Geschwindigkeit häufiger als Unfallursache registriert

Häufigste von der Polizei registrierte Kategorie von Fehlverhalten bei Unfällen mit Personenschaden waren mit 24.900 Fällen Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Anfahren und Einfahren. Ihre Zahl sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fünf Prozent.

Verstöße gegen Vorfahrt oder Vorrang wurden in 21.100 Fällen registriert und damit sechs Prozent seltener. Knapp 20.000-mal stellte die Polizei Abstandsverstöße fest, neun Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Unangepasste Geschwindigkeit wurde in 19.800 Fällen als Unfallursache erfasst. Hier stieg die Zahl gegenüber den ersten sechs Monaten 2025 um vier Prozent. Alkoholeinfluss wurde knapp 6.500-mal registriert, neun Prozent seltener als im Vorjahreszeitraum.

Mehr verletzte Kinder und Jugendliche

Entgegen der allgemeinen Entwicklung nahm die Zahl verletzter oder getöteter Kinder und Jugendlicher zu. Bei Kindern unter 15 Jahren stieg sie um rund 450 auf 14.900. Am häufigsten kamen Kinder dieser Altersgruppe mit dem Fahrrad zu Schaden. Betroffen waren 5.100 Kinder und damit vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren erhöhte sich die Zahl der Verletzten und Getöteten um knapp 390 auf fast 9.900. Besonders deutlich war die Entwicklung bei E-Scootern: 2.076 Jugendliche dieser Altersgruppe kamen damit zu Schaden. Das waren 70 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025.

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