Untreueverdacht: Suspendierter Göttinger Landrat wegen umstrittenen Mietvertrags angeklagt

Göttingen, 30. Oktober 2026 (JPD) – Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat gegen den suspendierten Landrat des Landkreises Göttingen Anklage wegen Untreue vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Göttingen erhoben. Hintergrund ist ein umstrittener Mietvertrag für die Berufsbildende Schule II in Osterode/Leege.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Landrat im Jahr 2023 ohne rechtliche oder tatsächliche Notwendigkeit einer Erhöhung der bereits vereinbarten Kaltmiete von 4,95 Euro auf 8,00 Euro pro Quadratmeter zugestimmt haben. Dadurch sei eine zusätzliche monatliche Belastung des Kreishaushalts von 27.320 Euro entstanden. Über die fünfjährige Vertragslaufzeit summiere sich der Mehrbetrag auf rund 1,64 Millionen Euro. Eine fachliche Prüfung der Mieterhöhung soll der Angeschuldigte nicht veranlasst haben.

Der Landrat bestreitet die Vorwürfe. Er verweist auf Zweifel an der Marktüblichkeit des ursprünglich vereinbarten Mietzinses und die Gefahr einer verdeckten Gewinnausschüttung. Eine Nachverhandlung sei deshalb erforderlich gewesen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner