IW: Deutsches Wachstum kommt seit 2020 nur noch vom Staat

Köln, 7. Oktober 2026 (JPD) Die deutsche Wirtschaft ist zwischen 2020 und 2025 nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) nur dank staatlicher Ausgaben gewachsen. Der private Sektor verringerte das Wachstum demnach im Durchschnitt um 0,5 Prozentpunkte pro Jahr, während Staatskonsum und staatliche Investitionen einen positiven Beitrag von 0,6 Prozentpunkten leisteten. Insgesamt wuchs die Wirtschaft in diesem Zeitraum durchschnittlich um 0,2 Prozent pro Jahr.

In den vorherigen Jahrzehnten hatte die Privatwirtschaft noch positiv zum Wachstum beigetragen. In den 2010er Jahren lag ihr durchschnittlicher jährlicher Wachstumsbeitrag bei 1,4 Prozentpunkten, in den 2000er Jahren bei 0,2 Prozentpunkten.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den Investitionen. Die realen öffentlichen Investitionen lagen zuletzt gut 20 Prozent über dem Jahresdurchschnitt von 2019. Die privatwirtschaftlichen Investitionen hatten dagegen auch im zweiten Quartal 2026 ihr Vor-Corona-Niveau noch nicht erreicht und lagen mehr als zehn Prozent unter dem Jahresdurchschnitt von 2019.

Auch beim Konsum entwickelte sich der staatliche Bereich stärker. Der reale Staatskonsum stieg seit 2019 um mehr als 16 Prozent, die privaten Konsumausgaben dagegen lediglich um 4,5 Prozent.

Nach Einschätzung des IW ist eine allein auf staatlichen Impulsen beruhende Konjunktur nicht nachhaltig. IW-Konjunkturchef Michael Grömling fordert neben höheren staatlichen Investitionen Strukturreformen. Unternehmen würden unter hohen Kosten für Arbeit, Energie und Bürokratie leiden.

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