
Schwerin, 30.09.2026 (JPD) – Ermittler sind mit mehr als 390 Polizeikräften in mehreren Bundesländern und vier europäischen Staaten gegen die rechtsextreme Musikszene vorgegangen. Im Mittelpunkt stehen vier Beschuldigte, gegen die wegen des Verdachts der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung ermittelt wird. Einem von ihnen wird Rädelsführerschaft vorgeworfen.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Rostock und des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern sollen sich die vier Männer im Alter zwischen 43 und 55 Jahren spätestens 2020 zusammengeschlossen haben. Sie sollen arbeitsteilig Tonträger mit volksverhetzenden Musikinhalten hergestellt und verkauft haben, um nationalsozialistische, antisemitische, rassistische und menschenverachtende Ideologie zu verbreiten.
Durchsuchungen fanden unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Bayern statt. Gegen acht weitere Beschuldigte in mehreren Bundesländern wird wegen Volksverhetzungsdelikten im Zusammenhang mit den Tonträgerproduktionen ermittelt. Zudem wurden Räume von zehn nicht tatverdächtigen Personen aus dem Umfeld der Beschuldigten durchsucht.
Auch in Estland, Italien, Polen und Tschechien liefen Durchsuchungsmaßnahmen. Diese wurden über Eurojust mit den dortigen Strafverfolgungsbehörden koordiniert. Insgesamt waren mehr als 394 Einsatzkräfte beteiligt. In Mecklenburg-Vorpommern kam teilweise auch ein Spezialeinsatzkommando zum Einsatz.
Festnahmen waren nach Angaben der Ermittler nicht geplant. Die Durchsuchungen sollen der Sicherung von Beweismitteln und der weiteren Aufklärung der Verdachtsmomente dienen. Die Ermittlungen dauern an. Es gilt die Unschuldsvermutung.




