Offene Stellen im Handwerk bleiben im Schnitt 242 Tage unbesetzt

Nürnberg, 14. September 2026. Der Fachkräftemangel im deutschen Handwerk bleibt trotz sinkender Stellenmeldungen angespannt. Offene Stellen in Handwerksberufen waren 2025 im Durchschnitt 242 Tage vakant. Über alle Berufe hinweg lag die durchschnittliche Vakanzzeit bei 167 Tagen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) anlässlich des Tags des Handwerks am 19. September mitteilte.

Das Handwerk bleibt mit rund 3,4 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ein wichtiger Teil des deutschen Arbeitsmarktes. Im Juni 2025 arbeiteten bundesweit 3,36 Millionen Menschen in einem Handwerksberuf. Das waren ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Auch im längerfristigen Vergleich entwickelt sich die Beschäftigung im Handwerk schwächer als am Gesamtarbeitsmarkt. Innerhalb von fünf Jahren sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Handwerksberufen um vier Prozent. Insgesamt nahm die Beschäftigung im selben Zeitraum um fünf Prozent zu.

Zugleich verschärft die demografische Entwicklung den Fachkräftebedarf. Rund 718.000 Beschäftigte im Handwerk sind zwischen 55 und unter 65 Jahre alt und dürften in den kommenden Jahren schrittweise aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Zwar liegt der Anteil jüngerer Beschäftigter mit 17 Prozent deutlich über dem Durchschnitt aller Berufe von neun Prozent. Auch die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge ist in den vergangenen drei Jahren leicht gestiegen. Nach Einschätzung der BA reicht der Nachwuchs jedoch nicht aus, um die altersbedingten Abgänge vollständig auszugleichen.

Die konjunkturelle Schwäche hat zugleich die Nachfrage nach Arbeitskräften gedämpft. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren der BA rund 123.000 offene Stellen in Handwerksberufen gemeldet. Das waren sechs Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Besetzungsprobleme bleiben dennoch groß. Knapp die Hälfte aller bundesweiten Engpassberufe auf Fachkraftebene entfällt nach Angaben der BA auf das Handwerk. Besonders betroffen sind Bau- und Ausbauberufe, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Elektro- und Mechatronikberufe.

Eine zunehmende Bedeutung für die Fachkräftesicherung hat die Zuwanderung. Zuletzt arbeiteten 576.000 ausländische Beschäftigte sozialversicherungspflichtig in Handwerksberufen. Ihr Anteil lag mit 17 Prozent inzwischen auf dem Niveau der Beschäftigung insgesamt und hat sich innerhalb von zehn Jahren nahezu verdoppelt.

Besonders stark wächst die Beschäftigung von Menschen aus Drittstaaten. Im Juni 2025 waren 296.000 Beschäftigte mit einer Staatsangehörigkeit aus einem nichteuropäischen Land im Handwerk tätig. Gegenüber dem Vorjahr stieg ihre Zahl um 24.000. Mehr als die Hälfte dieses Zuwachses entfiel auf Menschen aus der Ukraine und aus den acht wichtigsten Asylherkunftsländern.

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