Aalen, 28. August 2026 (JPD). Die Lindenfarb Textilveredlung GmbH aus Aalen hat Insolvenzantrag gestellt. Das zuständige Amtsgericht ordnete am 25. August 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte Rechtsanwalt Ilkin Bananyarli von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter.
Der Geschäftsbetrieb wird gemeinsam mit der Geschäftsführung uneingeschränkt fortgeführt. Sämtliche laufenden Aufträge sollen weiter bearbeitet werden.
Das PLUTA-Team hat nach eigenen Angaben unmittelbar nach der Bestellung mit einer Analyse der wirtschaftlichen Situation begonnen. Neben Bananyarli ist Rechtsanwalt Sven Heuser in das Verfahren eingebunden. Derzeit finden Gespräche mit wichtigen Geschäftspartnern statt.
Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und die vorhandenen Fortführungsoptionen zu prüfen, erklärte Bananyarli. Zudem soll in den kommenden Tagen ein strukturierter Investorenprozess vorbereitet werden.
Löhne für drei Monate abgesichert
Die rund 110 Beschäftigten wurden über die wirtschaftliche Situation informiert. Ihre Löhne und Gehälter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes wird derzeit vorbereitet.
Als Gründe für den Insolvenzantrag nennt das Unternehmen Liquiditätsschwierigkeiten infolge rückläufiger Aufträge und der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage. Hinzu kommen deutlich gestiegene Kosten, insbesondere für Energie.
Lindenfarb ist auf die Veredelung technischer Textilien spezialisiert und bezeichnet sich selbst als Europas größten Dienstleister in diesem Bereich. Das Unternehmen verarbeitet unter anderem Textilien für die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrt, die Medizin-, Industrie-, Bau- und Bekleidungsbranche.
Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem Färben, Bleichen, Waschen, Reinigen, Beschichten und die Hochveredelung von Textilien. Der Stammsitz des Unternehmens befindet sich seit 1952 in Aalen-Unterkochen.






