
Bonn, 17. August 2026 (JPD). Das Bundeskartellamt hat die geplante Übernahme des US-amerikanischen Biotechnologieunternehmens Bio-Techne durch die Merck KGaA aus Darmstadt freigegeben. Der Kaufpreis für das Unternehmen mit Sitz in Minneapolis beträgt rund zehn Milliarden Euro.
Nach Angaben der Wettbewerbsbehörde überschneiden sich die Angebote der beiden Unternehmen nur teilweise. In zahlreichen Bereichen ergänzten sich ihre Produktportfolios vielmehr. Auch dort, wo Merck und Bio-Techne miteinander im Wettbewerb stehen, verbleiben nach Einschätzung des Bundeskartellamts ausreichend starke Wettbewerber.
„Wir konnten den Zusammenschluss nach kurzer, aber intensiver Prüfung freigeben“, erklärte Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt. Kunden hätten auch nach der Übernahme die Wahl zwischen mehreren starken und innovativen Anbietern. Als Wettbewerber nannte er unter anderem Thermo Fisher Scientific, DiaSorin, Danaher und Bio-Rad.
Merck KGaA ist ein weltweit tätiges Wissenschafts- und Technologieunternehmen mit Aktivitäten in den Bereichen Life Science und Biotechnologie, Pharma sowie Elektronik. Im Life-Science-Geschäft bietet der Konzern insbesondere unter dem Namen MilliporeSigma Produkte und Dienstleistungen für biotechnologische Forschung, Arzneimittelentwicklung und Diagnostik an.
Bio-Techne entwickelt und vertreibt unter anderem Reagenzien, Analysegeräte und Diagnostiksysteme. Überschneidungen zwischen den beiden Unternehmen bestehen nach Angaben des Bundeskartellamts beispielsweise bei Multiplex-Instrumenten und Mid-Plex-Analysen sowie bei Antikörpern und kleinen Molekülen.
Auch in diesen Bereichen führe der Zusammenschluss jedoch nicht zu einer wettbewerblich bedenklichen Marktposition. Bei Laborverbrauchsmaterialien gebe es zudem eine große Produktvielfalt und zahlreiche Anbieter.
Die Prüfung ergab nach Angaben der Behörde keine Anhaltspunkte dafür, dass die Übernahme den wirksamen Wettbewerb erheblich behindern könnte. Das Vorhaben konnte deshalb bereits in der ersten Phase des Fusionskontrollverfahrens freigegeben werden.
Die Transaktion ist neben Deutschland auch in mehreren weiteren Staaten innerhalb und außerhalb der Europäischen Union anmeldepflichtig.
Bei der Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt handelt es sich nicht um den US-Pharmakonzern Merck & Co., der seine Arzneimittel in Deutschland unter dem Namen MSD vertreibt.





