Inflation steigt im Juli auf 2,8 Prozent – Energiepreise treiben Teuerung

Wiesbaden, 12. August 2026 (JPD). Die Inflationsrate in Deutschland ist im Juli 2026 auf 2,8 Prozent gestiegen. Damit hat sich die Teuerung gegenüber Juni deutlich verstärkt, als die Verbraucherpreise noch 2,3 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen hatten. Das Statistische Bundesamt bestätigte am Mittwoch seine vorläufigen Angaben.

Gegenüber dem Vormonat Juni erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent. Auch der harmonisierte Verbraucherpreisindex, der für europäische Vergleichszwecke berechnet wird, lag im Juli 2,8 Prozent über dem Vorjahreswert und 0,9 Prozent über dem Vormonat.

Wesentlicher Preistreiber waren die Energiepreise. Energieprodukte verteuerten sich binnen Jahresfrist um 8,3 Prozent, nachdem der Anstieg im Juni noch 3,4 Prozent betragen hatte. Besonders deutlich fiel die Entwicklung bei Kraftstoffen aus: Sie kosteten im Juli 23,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes trugen neben der Entwicklung der Rohölpreise insbesondere das Ende der temporären Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe zum Preisanstieg bei. Der sogenannte Tankrabatt war am 30. Juni ausgelaufen. Gegenüber Juni verteuerten sich Kraftstoffe im Juli um 11,2 Prozent. Diesel kostete 12,6 Prozent und Superbenzin 11,0 Prozent mehr.

Auch leichtes Heizöl verteuerte sich binnen Jahresfrist kräftig um 34,7 Prozent. Haushaltsenergie war insgesamt dagegen 1,4 Prozent günstiger als im Juli 2025. Strom verbilligte sich um 5,3 Prozent, Erdgas einschließlich Betriebskosten um 2,9 Prozent und Fernwärme um 1,2 Prozent.

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Jahresvergleich lediglich um 0,4 Prozent. Fleisch und Fleischwaren verteuerten sich um 1,9 Prozent, darunter Rind- und Kalbfleisch um 7,2 Prozent. Deutlich günstiger waren Speisefette und Speiseöle mit einem Rückgang von 15,3 Prozent. Butter verbilligte sich um 30,1 Prozent.

Die Kerninflation ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie lag im Juli bei 2,4 Prozent und damit unter der Gesamtinflationsrate. Ohne Energie betrug die Teuerungsrate 2,2 Prozent.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 2,9 Prozent nach 3,1 Prozent im Juni. Überdurchschnittlich stiegen unter anderem die Preise für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen um 6,5 Prozent, für Pauschalreisen um 5,6 Prozent sowie für Wartung und Reparatur von Fahrzeugen um 4,7 Prozent. Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,8 Prozent.

Im Monatsvergleich machten sich neben den höheren Kraftstoffpreisen auch saisonale Effekte bemerkbar. Pauschalreisen ins Ausland verteuerten sich gegenüber Juni um 12,6 Prozent und internationale Flugtickets um 7,1 Prozent. Bekleidung wurde dagegen 5,4 Prozent günstiger.

Markiert:
Cookie Consent mit Real Cookie Banner