
München, 30. Juli 2026 (JPD). Weniger Unternehmen in Deutschland planen, ihre Preise zu erhöhen. Die Preiserwartungen der Unternehmen sanken im Juli auf 21,6 Punkte, nachdem sie im Juni saisonbereinigt noch bei 26,1 Punkten gelegen hatten. Das teilte das ifo Institut am Donnerstag mit.
Die weitere Preisentwicklung hänge allerdings stark vom Verlauf des Konflikts im Nahen Osten und den damit verbundenen Energiepreisen ab. Unternehmen, die ihre Erwartungen nach den erneuten Angriffen vom 10. Juli abgegeben hätten, rechneten deutlich häufiger mit steigenden Preisen als zuvor, erklärte ifo-Forscherin Tiphaine Wibault.
In nahezu allen Wirtschaftsbereichen gingen die Preiserwartungen im Juli zurück. Bei energieintensiven Unternehmen sank der Indikator von 29,6 auf 21,2 Punkte. Bei nicht energieintensiven Unternehmen verringerte er sich von 26,8 auf 22,9 Punkte.
Auch Dienstleister und Handelsunternehmen planten seltener Preiserhöhungen. Bei den Dienstleistern fiel der Wert von 21,4 auf 19,1 Punkte, im Handel von 42,2 auf 31,4 Punkte. Im Verarbeitenden Gewerbe sank der Indikator von 28,1 auf 23,0 Punkte.
Deutliche Unterschiede zeigten sich jedoch je nach Zeitpunkt der Befragung. Rund 60 Prozent der Unternehmen hatten ihre Angaben zwischen dem 7. und dem 10. Juli und damit vor dem erneuten Aufflammen des Konflikts am Persischen Golf gemacht. Die danach befragten Unternehmen erwarteten deutlich stärkere Preissteigerungen.
Bei Dienstleistern und Bauunternehmen, die nach dem 10. Juli antworteten, lagen die Preispläne sogar über dem Niveau des Vormonats. In Industrie und Handel gingen sie dagegen leicht zurück. Für die Gesamtwirtschaft blieben die Erwartungen nach dem Wiederaufflammen des Konflikts ungefähr auf dem Juni-Niveau.
Der Aufwärtsdruck auf die Preise halte damit insgesamt an und dürfte sich bei einer längeren Dauer des Konflikts verstärken, erklärte Wibault.





