
Nürnberg, 22. Juli 2026 (JPD). Rund 1,14 Millionen Menschen mit Schwerbehinderung waren 2024 bei Arbeitgebern mit mindestens 20 Arbeitsplätzen beschäftigt. Das waren 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte.
Damit wuchs ihre Beschäftigung stärker als die Gesamtbeschäftigung, die um 0,4 Prozent zunahm. Besonders häufig arbeiteten Menschen mit Schwerbehinderung im verarbeitenden Gewerbe, in der öffentlichen Verwaltung, im Handel sowie im Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich.
Ihre Erwerbstätigenquote lag mit 50,9 Prozent allerdings deutlich unter der Quote der Gesamtbevölkerung von 77,2 Prozent.
Vier von zehn Arbeitgebern erfüllen Pflicht vollständig
Von den rund 181.000 anzeigepflichtigen Arbeitgebern erfüllten 39 Prozent ihre gesetzliche Beschäftigungspflicht vollständig. Mehr als die Hälfte dieser Betriebe beschäftigte mehr schwerbehinderte Menschen als vorgeschrieben.
Weitere 36 Prozent erfüllten die Vorgaben teilweise. Rund ein Viertel beziehungsweise etwa 45.000 Arbeitgeber besetzte keinen Pflichtarbeitsplatz. Die Zahl dieser Betriebe ging zuletzt zurück.
Die höchste Erfüllungsquote verzeichnete die öffentliche Verwaltung. Im verarbeitenden Gewerbe erfüllten rund 82 Prozent der Arbeitgeber ihre Pflicht vollständig oder teilweise. Auch im Gesundheits- und Pflegesektor lag die Quote über dem Durchschnitt.
Arbeitslosigkeit steigt weiter
Im Jahr 2025 waren 185.000 schwerbehinderte oder ihnen gleichgestellte Menschen arbeitslos. Das waren 9.000 beziehungsweise 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag bei zwölf Prozent und damit deutlich über dem allgemeinen Durchschnitt.
Dabei verfügten 52 Prozent der arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen akademischen Abschluss. Unter allen Arbeitslosen betrug dieser Anteil 45 Prozent.
Die Bundesagentur sieht deshalb ein bislang nicht vollständig ausgeschöpftes Fachkräftepotenzial. Sie unterstützt Betroffene und Arbeitgeber unter anderem durch spezialisierte Vermittlungsangebote, technische Arbeitshilfen sowie Ausbildungs- und Eingliederungszuschüsse.






