
München, 22. Juli 2026 (JPD). Die US-Zollpolitik wirkt sich zunehmend auf die Investitionsentscheidungen deutscher Industrieunternehmen aus. Nach einer Befragung des ifo Instituts berichten mehr als 60 Prozent der Unternehmen von negativen Folgen der Zölle.
In der Automobilindustrie liegt der Anteil bei 74 Prozent. Das sind 14 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Branche werde sowohl durch hohe Zölle als auch durch rückläufige Exporte in die Vereinigten Staaten belastet, erklärte ifo-Außenhandelsexperte Andreas Baur.
Mehr Investitionen gestrichen oder verschoben
Der Anteil der Unternehmen, die geplante Investitionsprojekte gestrichen haben, stieg nach Angaben des Instituts von neun auf 16 Prozent. Rund jedes dritte Unternehmen verschiebt Projekte zeitlich. Dieser Anteil erhöhte sich um elf Prozentpunkte.
Die US-Zollpolitik beeinträchtige damit nicht nur das Geschäft auf dem amerikanischen Markt, sondern zunehmend auch Investitionen am Standort Deutschland, erklärte ifo-Forscher Sebastian Link.
Viele Unternehmen geben die zusätzlichen Kosten zumindest teilweise an ihre US-Kunden weiter. 34 Prozent überwälzen die Zollkosten vollständig, weitere 28 Prozent zu mehr als der Hälfte. Jedes vierte Unternehmen trägt dagegen einen großen Teil der Belastung selbst.
Mit einer kurzfristigen Entspannung rechnen nur wenige Befragte. 63 Prozent gehen von einem unverändert hohen US-Zollniveau aus. Weitere 13 Prozent erwarten zusätzliche Zollsteigerungen.





