
München, 14. Juli 2026 (JPD). Die Europäische Union läuft nach Einschätzung des ifo Instituts Gefahr, ihre Ziele für eine größere Unabhängigkeit bei kritischen Rohstoffen zu verfehlen. Bei lediglich vier von 27 untersuchten Rohstoffen erreicht die EU mehr als fünf Prozent der weltweiten Förderung. Bei neun Rohstoffen liegt ihr Anteil bei null.
Besonders groß ist die Importabhängigkeit bei Rohstoffen, die für Batterien, Halbleiter, erneuerbare Energien und die Verteidigungsindustrie benötigt werden. Das ifo Institut fordert deshalb konkrete Partnerschaften mit rohstoffreichen Ländern sowie Finanzierungszusagen für gemeinsame Projekte.
Eigene Förderung und Verarbeitung ausbauen
Nach der Studie könnten innerhalb der kommenden Jahre zusätzliche Verarbeitungskapazitäten in der EU aufgebaut werden. Mittelfristig sei auch der Abbau eigener Vorkommen möglich.
Die Erschließung neuer Minen könne allerdings bis zu 18 Jahre dauern. Zudem sei vielfach unklar, ob sich bekannte Lagerstätten wirtschaftlich nutzen lassen. Nach Angaben des Instituts weist auch die europäische Rohstoffdatenbank MIN4EU erhebliche Lücken auf. Für Deutschland veröffentlicht demnach bislang nur Baden-Württemberg detaillierte Daten zu Lagerstätten und Bergbaustandorten.





