
Kassel, 30. Juni 2026 (JPD). Die Vorsitzende Richterin am Bundessozialgericht Dr. Elke Roos tritt zum 1. Juli 2026 in den Ruhestand. Sie war seit 2006 am Bundessozialgericht tätig.
Roos wurde 1960 in Soest in Westfalen geboren. Nach dem Studium in Gießen und Marburg, einer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Marburg und ihrer Promotion war sie zunächst als Verwaltungsrätin bei der Bundesagentur für Arbeit beschäftigt. Anschließend studierte sie an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer.
Ihre richterliche Laufbahn begann Roos 1991 in der hessischen Sozialgerichtsbarkeit. Sie war an den Sozialgerichten Kassel und Gießen tätig und wurde zwischenzeitlich an das Bundessozialgericht sowie an das Hessische Landessozialgericht abgeordnet. Von 2003 bis zu ihrer Ernennung zur Richterin am Bundessozialgericht leitete sie das Sozialgericht Kassel als Direktorin.
Am Bundessozialgericht befasste sich Roos mit einem breiten sozialrechtlichen Spektrum. Dazu gehörten Fragen der Arbeitslosenversicherung, der Grundsicherung für Arbeitsuchende und der gesetzlichen Krankenversicherung. Ab 2014 war sie stellvertretende Vorsitzende des 9./10. Senats und bearbeitete unter anderem Fragen des Sozialen Entschädigungsrechts und des Elterngeldrechts.
Im Oktober 2016 wurde Roos zur Vorsitzenden Richterin am Bundessozialgericht ernannt und übernahm den Vorsitz des 9./10. Senats. Im Jahr 2021 wechselte sie in den für das Recht der gesetzlichen Unfallversicherung zuständigen 2. Senat.
In ihrer richterlichen Tätigkeit wirkte Roos an mehreren bedeutsamen Entscheidungen mit. Dazu zählten Verfahren zur Verfassungsmäßigkeit der Höhe der Regelleistungen nach dem SGB II, zur Mindestmengenanhebung für Level-1-Geburten in Perinatalzentren, zur Steuerakzessorietät des einkommensabhängigen Elterngelds, zur Opferentschädigung bei einem Kind mit Fetalem Alkoholsyndrom sowie zur Anerkennung einer Posttraumatischen Belastungsstörung als Wie-Berufskrankheit bei Rettungssanitätern.
Neben ihrer richterlichen Tätigkeit engagierte sich Roos unter anderem im Präsidium, als stellvertretendes Mitglied des Präsidialrats, als Vorsitzende des Richtervereins sowie als Ansprechperson für Korruptionsbekämpfung und Sponsoring. Zudem war sie Ansprechperson der Beschwerdestelle nach § 13 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes und der Internen Meldestelle nach § 12 Hinweisgeberschutzgesetz.
Roos war außerdem langjährige Vorsitzende der SGB-III-Kommission des Deutschen Sozialgerichtstags. Sie ist Mitherausgeberin und Mitautorin zahlreicher sozialrechtlicher Standardkommentare und Zeitschriften.




