Erzeugerpreise steigen so stark wie seit drei Jahren nicht mehr

Wiesbaden, 19. Juni 2026 (JPD) Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im Mai 2026 so stark gestiegen wie seit drei Jahren nicht mehr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Preise gewerblicher Produkte im Inlandsabsatz um 2,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber April 2026 erhöhten sie sich um 0,3 Prozent. Einen stärkeren Anstieg hatte es zuletzt im Mai 2023 gegeben.

Haupttreiber der Entwicklung waren Vorleistungsgüter, deren Preise binnen Jahresfrist um 4,2 Prozent zulegten. Auch Energie verteuerte sich um 2,5 Prozent. Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise sogar um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Besonders deutlich wirkten sich die Preissteigerungen bei Mineralölerzeugnissen aus. Diese lagen im Mai 2026 um 34,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Rohbenzin verteuerte sich um 60,9 Prozent, leichtes Heizöl um 52,8 Prozent und Kraftstoffe um 24,2 Prozent. Destatis verweist in diesem Zusammenhang auf die anhaltenden Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten, die die Preise auf einem hohen Niveau hielten.

Demgegenüber verbilligten sich andere Energieträger. Die Preise für Erdgas in der Verteilung sanken gegenüber Mai 2025 um 1,3 Prozent, Strom war 4,6 Prozent günstiger und Fernwärme 0,5 Prozent billiger.

Bei den Vorleistungsgütern sorgten vor allem höhere Metallpreise für Auftrieb. Diese lagen um 11,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Besonders stark verteuerten sich Edelmetalle mit einem Plus von 59,4 Prozent sowie Kupfer und Kupferhalbzeug mit 24,5 Prozent. Auch chemische Grundstoffe verteuerten sich deutlich um 10,4 Prozent. Düngemittel kosteten 13,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Investitionsgüter verteuerten sich um 2,0 Prozent. Maschinen kosteten 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr, Kraftwagen und Kraftwagenteile 1,3 Prozent. Auch Gebrauchsgüter lagen mit einem Plus von 2,0 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Entlastung zeigte sich dagegen bei Verbrauchsgütern. Deren Preise sanken um 1,7 Prozent gegenüber Mai 2025. Vor allem Nahrungsmittel wurden günstiger und lagen insgesamt 3,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Besonders stark fielen die Preise für Butter mit minus 40,0 Prozent sowie für Schweinefleisch mit minus 16,7 Prozent. Rindfleisch verteuerte sich dagegen leicht um 1,0 Prozent.

Die aktuellen Zahlen deuten auf einen zunehmenden Kostendruck in den vorgelagerten Produktionsstufen hin. Vor allem steigende Energie- und Rohstoffpreise belasten die Industrie, während Verbraucher bei einzelnen Lebensmitteln weiterhin von sinkenden Preisen profitieren.

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